Seetang schmeckt wie gebratener Speck

Foto: Steven Ward/OSU

Darauf warteten Veggies und Umweltschützer gemeinsam und lang: Forscher der Oregon State University patentierten jetzt einen roten Seetang. Das proteinreiche Meeresgewächs schmecke, so sagen sie nach Testmahlzeiten, „frittiert ganz ähnlich wie gebratener Frühstücks-Bacon“.

Die Erfolgsmeldung verbreitet sich wie ein Lauffeuer unter gesundheitsbewussten Menschen, die nach alternativen zum hohen Fleischkonsum fahnden. Ökologe und Evolutionsbiologe Charlie Yarish von der University of Connecticut züchtet seit Jahrzehnten an seiner Hochschule Seegras und Algen. Er ist überzeugt, darin liege die Zukunft der Ernährungssicherung für die wachsende Zahl der Menschen auf dem Planeten. Die Organismen wachsen rasch und sind nährstoffreich.

 

Algen-Kulturen reinigen zudem verschmutzte Küsten-Gewässer

 

Aktuell ernten See-Farmen weltweit nur etwa 25 Millionen Tonnen Tang. Yaris ist begeistert von diesem alternativen Nahrungsmittel: „Es kann seine Nährstoffe aus dem Meer ziehen. „Es braucht weder Frischwasser noch müssen wir dafür weiteres Land bebauen, das ohnehin immer knapper wird“, begründet Yaris.

Hinzu komme, so die Wissenschaftler, dass die Algen für eine Balance der Nährstoffe in küstennahen Gewässern sorgen können, wenn sie die übermäßig ins Meer gespülten Nährstoffe – Stickstoff oder Phosphate von den Äckern oder Inhalte von Industrieabwässern – aufnehmen und verarbeiten. „Wenn wir die richtigen Tang- und Seegras-Arten kultivieren, können wir dieses Ungleichgewicht wieder in eine Balance bringen“, ist Yaris überzeugt.

 

Nahrhaft und schmackhaft: Tang für den menschlichen Speiseplan

 

15 Jahre erforscht Chris Langdon am Hatfield Marine Science Center der Oregon State University in Newport die Chancen, Algen kommerziell in ausreichenden Mengen zu kultivieren, um sie kommerziell vermarkten zu können. Jetzt, so hofft er, sei die Zeit dafür gekommen: „Wenn der Tang nach Bacon schmeckt, eröffnet das die zusätzliche Chance ihn den Menschen schmackhaft zu machen.“


pit

 

 

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