09.11.2018

So ist das 1,5 Grad-Ziel für die Erde noch zu erreichen

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Die Klima-Uhr tickt unaufhaltsam: Im Einklang mit dem jüngsten Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) über 1,5 Grad Celsius globale Erwärmung hat das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) seine CO₂-Uhr auf den Stand gebracht.

Gerade einmal noch knapp 420 Gigatonnen (Gt) Kohlendioxid (CO₂) darf die Menschheit noch in die Atmosphäre abgegeben, um das 1,5-Grad-Ziel nicht zu verfehlen, schreibt der Informationsdienst Wissenschaft (idw) jetzt über das Ergebnis der MCC-Wissenschaftler. Da die Welt jedoch jedes Jahr circa 42 Gigatonnen (Gt) an CO₂ ausstöße – rechnerisch entspreche dies 1.332 Tonnen pro Sekunde – dürfte dieses Budget in gut neun Jahren aufgebraucht sein.

Das Budget von circa 1070 Gt für das Zwei-Grad-Ziel werde demnach auch bereits in etwa 26 Jahren erschöpft sein.

 

Klimaschutz: Das muss die Menschheit jetzt machen

 

Kurz vor der Veröffentlichung des IPCC-Sonderberichts war die Uhr, die das noch verfügbare Budget rückwärts herunterzählt, eigentlich abgelaufen. Das Update schließt jetzt jedoch unter anderem die neuen Abschätzungen über die bisher erfolgte Erwärmung mit ein und beruht auf einer breiteren Datenbasis. Beim Klimaabkommen von Paris haben alle Staaten weltweit das Ziel beschlossen, die Erderwärmung im globalen Mittel auf deutlich unter 2 Grad Celsius (möglichst 1,5°C) im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

„Bei dem weiterhin äußerst begrenzten CO₂-Budget werden der Welt gerade einmal einige wenige Jahre mehr für effektiven globalen Klimaschutz eingeräumt“, sagt MCC-Direktor Ottmar Edenhofer. „Klimapolitisch haben wir gerade ein verlorenes Jahrzehnt hinter uns, in dem die globalen Emissionen trotz aller im Paris-Abkommen gemachten Zusagen sogar wieder gestiegen sind. Der IPCC zeigt, dass es noch mehr Wege zum 1,5-Grad-Ziel gibt als angenommen. Doch diese Handlungsspielräume werden von der Politik kontinuierlich verspielt.“

Aus dem Ablaufen des verfügbaren CO₂-Budgets zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels lasse sich indes nicht ableiten, dass sich die Erde dann um 1,5 Grad erwärmt hätte, schreibt idw. Dies hänge auch damit zusammen, dass die Reaktion der Emissionen auf die Temperatur erst später sichtbar werden als beim reinen Blick auf die Konzentration der Emissionen in der Atmosphäre.

 

 

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Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sprechen davon, dass das errechnete Budget von 420 Gt für das 1,5-Grad-Ziel mit 66 Prozent Wahrscheinlichkeit der untersuchten Szenarien erreichbar sei. „Es liegt in der Natur der Sache, dass auch unsere CO₂-Uhr weiterhin mit Unsicherheiten behaftet ist. Doch den nötigen politischen Handlungsdruck, zeigt sie glasklar: Bis 2050 muss die Weltwirtschaft komplett CO₂-frei sein“, sagt MCC-Generalsekretärin Brigitte Knopf. „Durch den Weltklimarat wissen wir jetzt noch genauer, wie groß die Notwendigkeit ist, den CO₂-Ausstoß drastisch zu reduzieren.“


red

 

 

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