05.08.2019

Urbane Mobilität in den deutschen Tagesmedien

Foto: mirceaianc / Pixabay CC0

Rund 95 Prozent der Verkehrsemissionen stammen aus dem Straßenverkehr, der zu 76 Prozent aus privat motorisiertem Individualverkehr besteht. Diese Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor sollen bis 2030 um bis zu 42 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. In einer Studie des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) wurden daher ausgewählte Artikel daraufhin untersucht, wie sie vom jetzigen und künftigen städtischen Verkehr berichten. Das Fazit: Weder nachhaltige Mobilitätsformen, noch Klimaschutz in Verbindung mit Mobilität sind das vorherrschende Thema. Ganz im Gegensatz zum Bild der autogerechten Stadt.

 

Viele Städte leiden ebenso unter Stickoxiden und Feinstaub, wie unter zu hohen Lärmpegeln, ständigen Staus und einem Mangel an freien Flächen. Daher sind nachhaltige Alternativen zur „autogerechten Stadt" dringend erforderlich. Wie „mobil“ sind also Deutschlands große Tageszeitungen? Für die Studie wurden 75 Artikel der Zeitungen BILD, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Tageszeitung (taz), Die Welt und das Handelsblatt auf die darin vorkommenden Narrative urbaner Mobilität hin untersucht. Zusätzlich wurden von Welt und taz die Regionalteile analysiert. Das Ganze wurde über ein Jahr lang beobachtet.

 

Das Fazit der Analyse fällt bescheiden aus:

 

„Überraschend selten war Klimaschutz ein Thema im Zusammenhang mit Mobilität,“ sagt Studienautorin Theresa Kallenbach „in neun von zehn Artikeln kam Klimaschutz gar nicht vor, wenn dann lediglich als Schlagwort und ohne auf konkrete klimapolitische Maßnahmen im Verkehrsbereich einzugehen.“

Viel berichtet wurde hingegen über die gegenseitigen Verantwortungszuweisungen bezüglich des Diesel-Skandals und über Innovationen, um wirtschaftliche Gewinne zu erzielen oder das Autofahren effizienter zu gestalten.

 

„Das Thema Luftqualität kam im Zusammenhang mit zu hohen Werten der Stickoxide sehr häufig vor, jedoch ging es dabei eher darum, weiter überall Auto fahren zu können und Fahrverbote zu vermeiden oder um technische Details, als um die Gesundheit der Menschen“, konnte Kallenbach feststellen. „Immerhin vereinzelt konnten wir die Forderung nach verbesserten Radwegkonzepten wiederfinden. Interessant war für uns, dass sich hierbei im Mediendiskurs ganz klar das Thema Sicherheit durchgesetzt hat, also etwa die Gefährdung von Radfahrenden durch rechtsabbiegende LKW, und nicht die Aspekte einer gerechten Verteilung des öffentlichen Raums oder der möglichen Reduktion von Treibhausgasen durch eine Förderung des Radverkehrs.“

Wie sich die Debatten im Jahr 2019 entwickeln, könnten Kallenbach zufolge nur spätere Analysen klären. Es sei aber möglich, dass Klimaschutz durch die starke Resonanz der Fridays-for-Future-Demonstrationen auch die Debatten über städtische Mobilität stärker prägen könnten. (Quelle: idw

 

Weitere Informationen IASS-Potsdam

 

Die Publikation "Status Quo statt Verkehrswende. Narrative urbaner Mobilität in Deutschland" findet man unter doi.org/10.2312/iass.2019.017


red

 

 

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