01.04.2019

UV-Blocker in Sonnencreme: Babys missgebildet

Foto: Dimitris Vetsikas/Pixabay CC/PublicDOmain

Hiobsbotschaft zum Frühjahrsbeginn: Wissenschaftler am Haereticus Environmental Laboratory in Virginia (USA) warnen vor Sonnencreme. Einige Inhaltsstoffe könnten bei ungeborenen Kindern im Bauch ihrer Mütter zu schweren Fehlbildungen am Darm der Babys führen.

Der Klimawandel beschert uns vermutlich mehr Sonnentage als bisher. Der heiße Sommer 2018 bot darauf einen Vorgeschmack. Mehr Sonne aber ist nicht immer ein nur schönes Zeichen. Es drohen auch Sonnenbrände und Hitzeschocks.

Dagegen könnten etwa Sonnenmittel helfen. Die aber kämpfen seit einiger Zeit schon mit ihrem schlechten Image. In ihnen stecken oft Chemikalien, die nicht nur unsere Haut allergisch reagieren lassen können. Klar: Sie schirmen vor zu viel gefährlicher UV-Strahlung ab. Einige dieser Stoffe aber sind inzwischen als starke Biozide in der Umwelt bekannt. Auf Hawaii, in Palau oder Key West sind sie inzwischen deshalb sogar verboten – trotz der vielen Sonne in diesen Urlaubsregionen darf dort keine chemische Creme mehr hergestellt, verkauft oder benutzt werden – denn die Inhaltsstoffe töten Meeresbewohner ab.

 

US-Forscher warnen vor Sonnenschutz – Babys mit Darmmissbildung geboren

 

Noch schlimmer klingt, was jetzt Treehugger über neueste Forschungsergebnisse berichtet. Die US-Verbraucherschutzbehörede Food and Drug Administration nahm sie zum Anlass, eine Warnung für über ein Dutzend Sonnencremes mit dem Inhaltstoff Oxybenzon auszusprechen. Der Grund: Die Chemikalie kann nach Ansicht der Wissenschaftler, wenn sich Frauen in der Frühzeit ihrer Schwangerschaft damit einreiben oder den Stoff sonstwie aufnehmen, zu Entwicklungstörungen bei ihren noch ungeborenen Kindern führen. Unter anderem beobachteten die Forscher, dass Babys danach mit Morbus Hirschsprung zur Welt kamen.

 

 

Kein Sonnenschutz mehr auf Hawaii

Die US-Sonneninsel verbietet Sonnencreme: Ende Januar brachte Senator Will Espero einen Gesetzentwurf ins Parlament des Bundesstaats ein. Der Grund: Immer mehr Chemie aus dem künstlichen Sonnenschutz verseucht das Wasser des Ozeans.

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Die Mediziner um Craig Downs konnten den Zusammenhang zwischen der Chemikalie im Körper der Frauen und den abnormen Veränderungen am Dickdarm ihrer Babys nachweisen. Das berichten sie jetzt im Fachblatt Reproductive Toxicology.

Schon 2008 hatte eine Studie in Europa Hinweise auf den Zusammenhang der Chemikalien in Sonnencreme und Missbildungen ergeben, schreiben die Wissenschaftler in einer ihrer Publikationen.

Fatal: Der häufige Gebrauch der chemischen UV-Blocker führt dazu, dass die Gewässer inzwischen – zumindest dort wo viele Badegäste sind – extrem gesättigt sind mit der Chemikalie. Forscher glauben, dass Zehntausende Tonnen des Stoffs in den Meeren dümpeln. Die Gefahr, den Blocker ungewollt aufzunehmen, oder in zu verschlucken oder aber ihn durch den Genuss von Fischen oder Muscheln zu essen, ist diurchaus vorhanden, schreibt dazu Treehugger.


jsu

 

 

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