Verlassene Äcker Russlands bremsen Klimawandel

Foto: Wikimedia CC 3.0/Bundesarchiv/Illner

Die Kehrseite des Niedergangs lässt Hoffnung keimen: Die Landflucht in den GUS-Staaten nach dem Niedergang der ehemaligen Sowjetunion (SU), schuf Platz für neue Natur. Wildnis eroberte sich ehemalige Äcker zurück. Die wilde Vegetation speichert dort jetzt jährlich bis zu 50 Millionen Tonnen Kohlenstoff, berichten jetzt Wissenschaftler im Fachblatt Global Change Biology.

110 Millionen Acres (etwa 455.000 Quadratkilometer) brachliegende Landwirtschaftsfläche verließen die Landarbeiter nach der Auflösung ihrer Kolchosen seit 1990 in den Staaten der Ex-Sowjetrepubliken. Immerhin entspricht dies etwa 23 Prozent der gesamten Nutzfläche des SU. Die Bauern zogen in Städte, suchten dort ein angenehmeres und profitableres Leben.

Was einerseits den wirtschaftlichen Kollaps des Landes markiert, ist andererseits aber eine Bremse für den Klimawandel. Die Wissenschaftler erhoben jetzt erstmals genaue Zahlen für diesen Zusammenhang.

 

Boden speichert gut 10 Prozent der CO2-Emissionen Russlands

 

Die natürliche Regeneration der einst intensiv genutzten Ackerflächen ist vermutlich die „ größte vom Menschen geschaffene CO2-Senke“, vermuten jetzt Wissenschaftler um Irina Kurganova, die die Kohlenstoff-Speicherkapazität dieser Böden seit 1990 maßen und für die weiteren 30 Jahre kalkulierten. Der Wert ist immens: Dieses Land speichert heute 10 Prozent der gesamten jährlichen CO2-Emissionen Russlands.

Allein in den kommenden 30 Jahren, so berechneten die Wissenschaftler, speichern die renaturierten Äcker über 260 Millionen Tonnen Kohlenstoff.


pit

 

 

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