20.09.2018

Weltraumschrott-Netz fängt erfolgreich erste "Trümmer" ein

Screenshot: Video RemoveDebris Mision

Müllrecycling ist eine wachsende Herausforderung und bedarf teilweise ernormer Entwicklungsarbeit, wie der Start von "The Ocean Cleanup" im Pazifik gerade zeigt. Plastikmüll einzusammeln ist eine Sache, ein andere ist es tausende Tonnen Weltraumschrott einzufangen. Die zunehmende Menge stellt ein großes Problem für die bemannte und unbemannte Raumfahrt dar. Ziel des Projekts RemoveDEBRIS ist es daher, verschiedene Techniken zur Beseitigung des Schrotts unter realen Bedingungen im Weltraum zu testen. Die Idee, den Müll mithilfe eines Netzes einzufangen, erwies sich jetzt als praktikabel.

 

Allerdings handelte es sich bei den Tests zunächst nur um einen zuvor selbst losgelassenen Ballon. Dennoch funktionierte die Technik wie geplant: Kameras nahmen das Objekt ins Visier, anschließend wurde es von einem Netz umhüllt. Echter Weltraumschrott würde so vom Satellit eingesammelt. In diesem Fall wirkt das Netz wie eine Bremse: Der Ballon verliert an Geschwindigkeit und würde irgendwann in der Erdatmosphäre verglühen.

 

 

 

"Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Netztechnologie", sagt Professor Guglielmo Aglietti, Direktor des Surrey Space Center. "Es klingt vielleicht nach einer einfachen Idee, aber die Komplexität der Nutzung eines Netzes im Weltraum, um ein Stück Trümmer zu erfassen, erforderte viele Jahre Planung, Konstruktion und Koordination zwischen dem Surrey Space Center, Airbus und unseren Partnern - aber es gibt noch viel zu tun getan. Das sind sehr aufregende Zeiten für uns alle."

Das Projekt ist damit also noch lange nicht beendet. Es bleibt genug zu tun: Schätzungen zufolge umkreisen in der näheren Umgebung derzeit mehr als 7.600 Tonnen künstlicher Trümmer die Erde und das zum Teil mit Zehntausenden von Meilen pro Stunde. Da reicht ein Splitterstück von einer Satellitenkollisionen, um zu einem Hochgeschwindigkeitsgeschoss für jedes Raumschiff zu werden, das unglücklich genug ist, ihm in die Quere zu kommen.


hjo

 

 

 

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