23.06.2019

Wegen Klimawandel: Ab nach Sibirien

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Alexander Lesnitsky

Die US-Raumfahrer der NASA sehen in Sibirien den Ort unserer Zukunft:: Laut einer aktuellen Studie könnten Millionen von Klimawandel-Flüchtlingen aus der ganzen Welt im heute noch unwirtlichen Osten Russlands siedeln, wenn der Klimawandel die Region bis 2080 zum dann angenehm bewohnbaren Landstrich verwandelt.

Wissenschaftler am NASA Langley Research Center und ihre russischen Kollegen am Krasnoyarsk Research Center veröffentlichten jetzt ihre Pläne in einer gemeinsamen Studie über die das Grist Magazine jetzt schreibt. Demnach sei es viel vernünftiger, die Kolonisierung Sibiriens ins Auge zu fassen als etwa über eine Auswanderung der Menschheit etwa zum Mars nachzudenken.

 

Klimawandel taut vereistes Land auf und macht daraus Äcker für Millionen

 

Das heute großteils vom Permafrost vereiste Land ist riesig: Sibirien ist zweimal so groß wie Kanada. Es biete, schreibt Grist, etwa so viel Platz wie die gesamte Oberfläche des Planeten Pluto.

Zugleich sei Sibirien heute eher dünn besiedelt. Nur 27 Prozent der Einwohner Russlands leben dort auf 77 Prozent der Landesfläche – nur 39 der rund 140 Millionen Russen wohnen in Sibirien. Damit hat dort jeder Einwohner pro Kopf etwa viermal so viel Platz wie ein Amerikaner in den USA.

Bislang macht leider aber das harsche Klima einer angenehmen Besiedlung eher einen Strich durch diese Überlegungen. Sibirien galt schon den Zaren als Abschiebeort für politisch Ungewollte. Auch heute ist es oft noch immer ein unwirtlicher Ort der Verdammnis und Einsamkeit – in allerdings grandioser Landschaft.

 

 

„Tickende Zeitbombe für die Weltwirtschaft“

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Das ändert sich nun allmählich mit dem Klimawandel. Die Wissenschaftler berechnen laut Grist in zwei Szenarien die positiven Auswirkungen eines wärmeren sibirischen Klimas im Jahr 2080. So würden vor allem die eisigen Winter erträglicher – zwischen 3,4 und 9,1 Grad Celsius im Januar. Auch der heute eher spärliche Niederschlag in Sibirien würde sich mit dem geänderten Klima deutlich verbessern. Es dürfte bis 2080 zischen 60 und 140 Millimeter mehr Niederschlag pro Quadratmeter geben, berechnen die Wissenschaftler.

Das sind beste Aussichten für gute Ernten auf den heute noch vereisten Böden, die in Sibirien dann bebaut werden könnten, um viele Menschen zu ernähren.

Platz für die Millionen Flüchtlinge, die die UNO bis dahin wegen des Klimawandels in anderen Teilen der Globus erwartet. Der tauende Permafrost lässt es dann zudem zu, dass in Sibirien Häuser und Straßen besser geplant und gebaut werden können – die negativen Folgen für die heute weitgehend unberührte Natur, lassen die Wissenschaftler allerdings bei ihren Betrachtungen außer Acht.

Für Russland wäre die Ansiedlung – in den Augen der Forscher – gut. Dort nämlich schrumpft die Bevölkerungszahl rapide. Sie soll laut UN-Kalkulationen bis 2050 auf nur noch 132 Millionen schrumpfen.


pit

 

 

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