Treibhausgas vom eisigen Meeresgrund

Treibhausgas vom eisigen Meeresgrund
Foto: Yale University

Treibhausgas vom eisigen Meeresgrund

Vergessen: Wissenschaftler der US-Elite-Universität Yale berechneten jetzt erstmals die immensen Mengen an Methan und Kohlendioxid, die im Permafrostboden unter dem Eis der Arktis lagern. Klimaforscher hatten an diese Milliarden Tonnen Treibhausgase bislang nie gedacht und sie in die Modelle zur Erderwärmung nicht eingerechnet.

Jennifer Frederick vom Sandia National Laboratory der Universität publiziert die Studien im Fachorgan Environmental Research Letters.

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Die Zahlen sind erschreckend: Demnach berechnen sie und ihre Kolleginnen und Kollegen, dass im gefrorenen Grund des Nordatlantiks 60 Milliarden Tonnen Methan und 560 Milliarden Tonnen Kohlenstoff als organisches Material gebunden sind und beim Auftauen des Permafrostes durch steigende Temperaturen in die Atmosphäre gelangen könnten.

Natürlicher Treibhausgas-Ausstoß durch menschliche Aktivität angeheizt

„Diese Größenordnungen öffnen uns die Augen“, sagt die Wissenschaftlerin: „Wir können nicht weiter ignorieren, welche Mengen an zusätzlichen Treibhausgasen im Permafrostboden unter dem Meer lagern.“ Gemeinsam mit Ihren Kollegen verweist sie darauf, dass die Wissenschaft noch viel zu wenig über diese potenziellen Quellen wisse, die aber zur Verstärkung der weiteren Aufheizung des Planeten führen können.

Vermutlich, so zitiert Yale Environment360 die Forscher, taue der Dauerfrost am Meeresgrund bereits seit Ende der letzten Eiszeit vor etwa 14.000 Jahren. Aktuell entlasse der Meeresboden etwa 140 Millionen Tonnen CO2 und 5,3 Millionen Tonnen Methan pro Jahr. Das sei vergleichbar mit der Menge an Klimagasen, wie sie etwa ein Land wie Spanien in die Erdatmosphäre pumpe.

Diese Mengen, so vermuten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werde sich aber durch den von Menschen gemachten Klimawandel beschleunigen. Das bringe das natürliche Gleichgewicht ins Schwanken und heize auch den Klimawandel weiter an.

pit

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