Wald und Wind sollen keine Konkurrenz sein

Wald und Wind sollen keine Konkurrenz sein
Foto: Thomas B./Pixabay CC/PublicDomain

Wald und Wind sollen nicht in Konkurrenz stehen

zeit.de: Die vorsichtige Nutzung von Windkraft auch in Waldgebieten könnte laut einer Branchenuntersuchung den nötigen Zubau an Anlagen im wichtigsten Erzeugerland Niedersachsen umweltgerecht ergänzen. Dieses Bild zeichnet eine Analyse, die der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen-Bremen (LEE) am Montag an Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD) übergab. «Wir haben das Potenzial, Klimaschutz voranzutreiben», sagte LEE-Chefin Bärbel Heidebroek. Sie stellte klar, dass es in der Regel um Flächen etwa in Nutzforsten gehe, keinesfalls um Mischwald oder gar Schutzgebiete.

Lies gab sich grundsätzlich offen dafür. «Wald und Wind» müssten keine Konkurrenz, sondern könnten eine gegenseitige Ergänzung beim Klimaschutz sein. Natürlich müsse man jedoch darauf achten, dass Natur- und Artenschutzregeln weiterhin berücksichtigt werden.

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Seit längerem herrscht ein Zielkonflikt zwischen dem klimapolitisch erforderlichen Ausbau mit neuen und dem Ersatz alter Windräder auf der einen Seite sowie Bedenken von Natur- und Landschaftsschützern auf der anderen Seite. Heidebroek sagte zum Umfang des Ausbaus in Niedersachsen, dem Bundesland mit der größten installierten Kapazität: «Wir brauchen mindestens 2,1 Prozent der Landesfläche ab 2030 für die Windenergie, um die Klimaschutzziele zu schaffen.»

Besonders umstritten ist die Errichtung großer Windräder in Wäldern. In der Analyse des Branchendienstleisters Nefino heißt es, dass dort – ohne Einschluss von Schutzgebieten – bis zu 3,7 Prozent der Fläche «behutsam» nutzbar wären, wenn Wohnsiedlungen mindestens 800 Meter und Einzelhäuser mindestens 500 Meter entfernt sind. Das zugehörige Potenzial ist demnach besonders in den Kreisen Celle und Uelzen groß. Insgesamt ließe sich der landesweite Flächenanteil für die Windkraft durch Mitnutzung von Wäldern auf bis zu 2,5 Prozent erhöhen, hieß es.

Am Dienstag soll in Hannover ein neuer Windenergie-Erlass ins Kabinett kommen. Lies bekräftigte: Wenn die durch Atomausstieg bis 2022 und Kohleausstieg bis spätestens 2038 wegfallenden Strommengen ersetzt werden sollen, müsse der Windkraftausbau jetzt energisch vorangehen. Das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sei dafür «ein kleiner, wichtiger Schritt» gewesen. Lies ergänzte: «Ich hätte mir gewünscht, der Schritt wäre etwas größer geworden.» weiterlesen

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