Warum Tchibo auf Mehrwegverpackung setzt

Warum Tchibo auf Mehrwegverpackung setzt
Foto: RePack

Warum Tchibo auf Mehrwegverpackung setzt

Mit RePack setzt Tchibo im Versandhandel neuerdings auf Mehrwegverpackung. So sollen viele Tausend Tonnen überflüssiger Verpackungsmüll vermieden, Rohstoffe erhalten und das Klima geschont werden. Im Gespräch erklärt der für Umwelt- und Logistikthemen zuständige Nachhaltigkeits-Manager Daniel Koltermann die Motivation des Unternehmens:

Ist Versandhandel ohne Verpackungsmüll überhaupt denk- und umsetzbar: Was sind die größten Herausforderungen?

Daniel Koltermann: Bei Verwendung einer wiederverwertbaren Transportverpackung ist ein Onlinehandel ohne zusätzlichen Abfall denkbar. Die größte Herausforderung dabei ist die Einführung eines Rücknahmesystems für die Verpackungen.

Tchibo Daniel Koltermann RePack
Daniel Koltermann Foto: Tchibo

Worin bestehen dabei die höchsten Hürden?

Es muss bezahlbar sein und die Annahmestellen müssen für Kunden leicht erreichbar sein. Außerdem sollten Kunden durch ein Anreiz- bzw. Pfandsystem motiviert werden das Rücknahmesystem auch wirklich zu nutzen.

Ist das machbar?

Wir denken, dass diese Herausforderungen lösbar sind, wenn auch andere Unternehmen mitmachen – deswegen kooperiert Tchibo im Rahmen des Projekts „PraxPACK“ mit Avocado Store und Otto.

Wann Mehrweg wirklich nachhaltiger als Einweg ist

Aus welchem Material ist Ihr Packsystem und worin bestehen die ökologischen Vorteile?

Wir nutzen für den Piloten RePack Versandtaschen aus recyceltem Polypropylene (PP). Die ökologischen Vorteile ergeben sich aus der häufigen Wiederverwendbarkeit. Schon der vierte Einsatz verbessert den CO2-Fußabdruck. Die Taschen selbst können am Ende ihrer Lebensdauer recycelt werden.

Wie viele Umläufe peilen Sie für Ihre RePack-Systeme an oder ab wie vielen Runden ist RePack nachhaltiger als Einwegmaterial?

Die Tüten können mindestens 20 Mal genutzt werden. Entscheidend ist aber, dass die Tüten wirklich zurückgegeben werden.

Wo liegt für Sie die höchste Hürde?

Die Rückführung der Tüten muss finanzierbar sein.

…und ist das machbar?

Wir setzen dabei auf Effizienzen durch Kooperation mit anderen Unternehmen und darauf, dass Kunden sich trotz höherer Versandkosten für eine Mehrwegverpackung entscheiden.

Kunden akzeptieren Mehrweg trotz leichter Mehrkosten

Tchibo RePack Einpacken
Versand in Mehrwegtüte Foto: Tchibo

Welche Akzeptanzchancen erwarten Sie für RePack?

Das Thema hat eine hohe Relevanz. Wir haben die Verpackung unserer Textilien deutlich reduziert und hier viel positive Rückmeldung von unseren Kunden bekommen. Deswegen sind wir zuversichtlich, dass der Kunde auch bereit ist, einen Teil zur Etablierung eines Mehrwegsystems beizutragen.

Erhöht ein solches System nicht aber auch die Gefahr vermehrter Retouren und schädigt es damit nicht den nachhaltigen Ansatz?

Der Kunde möchte die Ware behalten oder nicht, das macht er wahrscheinlich nicht von der Mehrwegverpackung abhängig, denn ein Rückversand in der Einwegverpackung ist ebenso einfach. Wir werden uns aber die Retourenzahlen des Mehrweg-Tests genau ansehen.

pit

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