Weihnachtslichter: Oft kaum Freude für die Umwelt

Weihnachtslichter: Oft kaum Freude für die Umwelt

dw.com: Lichterschmuck gehört zur Weihnachtszeit wie Weihnachtsbaum und Christstollen. Doch damit die Lichter der Umwelt nicht zur Last fallen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. DW gibt Tipps für ein grünes Weihnachtsfest.

Die Tage werden kürzer, die Lichter bunter. Nichts läutet die Weihnachtszeit so sicher ein wie die Lichterketten auf Bäumen und Balkonen, die leuchtenden Sterne in den Fenstern und die Straßen voll funkelnder Rentiere. Weihnachtslichter sorgen für Gemütlichkeit und gute Laune in der dunklen Jahreszeit. Besonders in den Pandemiejahren ist das Bedürfnis nach Licht groß: In Deutschland fällt der weihnachtliche Lichterzauber in diesem Jahr mit rund 19,5 Milliarden Lämpchen laut einer aktuellen Umfrage eines Stromanbieters zum zweiten Mal in Folge üppiger aus als je zuvor. 

Doch mit der Zahl der Weihnachtslämpchen steigt der Stromverbrauch – grob geschätzt verbraucht Deutschlands weihnachtlicher Lichterzauber mittlerweile so viel Energie, als hinge zusätzlich eine mittelgroße Stadt mit 200.000 Einwohnern das ganze Jahr über am Stromnetz. Wenn dieser Strom aus fossilen Energiequellen stammt, steigen auch die CO2-Emissionen. Um die Adventszeit und das große Fest mit einem guten Umweltgewissen genießen zu können, lohnt es sich also, den weihnachtlichen Leuchtschmuck mit Bedacht zu wählen. Zum Glück können sich umweltbewusste Deko-Fans dabei an ein paar Empfehlungen halten.  

Ob im Garten, auf dem Balkon oder in der Wohnung, in Bäumen, an Dachgiebeln oder über dem Sofa – Lichterketten und Leuchtsterne setzen der Freude am Dekorieren kaum Grenzen. Beim Kauf des elektrischen Schmucks gibt es aus ökologischer Sicht jedoch klare Regeln.  

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Dass Weihnachtsbeleuchtung mit LED-Lichtern deutlich stromsparender ist als solche mit Glühlampen, ist schon lange mehr als ein heißer Tipp von Öko-Insidern. Das Ausmaß der Energieersparnis ist aber in der Tat beachtlich: LED-Lampen verbrauchen im Vergleich zu Glühlampen etwa 80 bis 90 Prozent weniger Strom. Das bedeutet, dass eine Stadt mit 200.000 Einwohnern allein durch das Austauschen alter Glühlampen-Lichterketten in der Weihnachtszeit so viel Strom einsparen könnte wie 340 Haushalte durchschnittlich im Jahr verbrauchen.  

Um gleichzeitig CO2-Emissionen und die eigene Stromrechnung zu senken, ist es also sinnvoll, alten Leuchtschmuck durch LED-Varianten zu ersetzen – selbst dann, wenn die Glühlampen an Sternen und Lichterketten noch funktionieren. „Die meiste Energie verbrauchen Lampen in der Nutzungsphase“, sagt Tobias Schleicher, Experte für Stoffströme und nachhaltigen Konsum am Öko-Institut, „die für die Herstellung benötigte Energie fällt im Vergleich kaum ins Gewicht.“

Eine Einladung, sich dem alljährlichen Lichterkaufrausch hinzugeben, ist das aber nicht. „An allen Ecken werden Billigprodukte angeboten, die mitunter nicht länger als eine Saison halten und noch immer wird von den ausrangierten Weihnachtslichtern ein viel zu kleiner Teil recycelt“, so Schleicher. Die Folge: Viele der Lichter landen dann als Elektroschrott im Müll. Wertvolle natürliche Rohstoffe wie das in den Lichterkabeln enthaltene Kupfer und die seltenen Erden würden verschwendet, warnt Rolf Buschmann, Referent beim Bund für Umwelt und Naturschutz. Außerdem enthalten die Kabel der Lichterketten oft hohe Anteile illegaler Schadstoffe. Wenn alter Lichterschmuck auf Deponien statt in Recyclinganlagen landet, könnten diese schlimmstenfalls auch Böden und Grundwasser verunreinigen, sagt Buschmann.  

Deswegen sei es wichtig, beim Kauf der Weihnachtsbeleuchtung auf Qualität und Langlebigkeit zu achten, meint auch Schleicher… weiterlesen

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