Weltweit immer weniger neue Kohlekraftwerke

Weltweit immer weniger neue Kohlekraftwerke
Screenshot: tagesschau.de

Weltweit immer weniger neue Kohlekraftwerke

tagesschau.de: Nicht nur die Ankündigung Chinas zeigt: Die Zahl der neuen Kohlekraftwerke sinkt weltweit. Doch bestehende Anlagen im Land will Peking bislang nicht abschalten. Wie sieht es anderswo aus?

Die Kohle gilt global als „Klimakiller“ Nummer Eins. Die Verbrennung des fossilen Brennstoffs, vor allem Braunkohle, ist laut Umwelt-Organisation Greenpeace für rund die Hälfte der jährlichen CO2-Emissionen verantwortlich. Soll das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens eingehalten werden, dürfte der Betrieb von Kohlekraftwerken nur noch neun Jahre lang laufen, besagt der kürzlich bekanntgewordene dritte Teil des IPCC-Weltklimaberichts.

Der Haken: Die Rechnung berücksichtigt keine neuen Anlagen, wie sie in Teilen der Welt noch gebaut und geplant werden. China, der mit Abstand weltgrößte Emittent klimaschädlicher Gase, will nun in einem Punkt umsteuern: Staatschef Xi Jinping kündigte in der UN-Generaldebatte an, keine neuen Kohlekraftwerke mehr im Ausland zu bauen. Chinesische Firmen und Banken waren in den vergangenen Jahren an zahlreichen Projekten in Afrika und Asien beteiligt.

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Umweltschützer begrüßen das mögliche Aus der Bauten im Ausland als wichtiges Signal – trotz vieler Unklarheiten hinsichtlich der Umsetzung und möglicher Alternativen. „Wenn man die noch nicht operationalisierten Kohlekraftwerke Chinas – und das sind seit 2017 viermal mehr als in Betrieb genommene – stoppen könnte, dann besteht für die Länder Ost- und Südostasiens tatsächlich eine Chance auf eine Zukunft mit erneuerbaren Energien“, sagt Nora Sausmikat, Head of China Desk bei der Klimaorganisation Urgewald, im Gespräch mit tagesschau.de. Zudem würden der Welt 50 Jahre zusätzliche CO2-Emissionen erspart.

Denn der US-amerikanischen Denkfabrik Global Energy Monitor (GEM) zufolge könnte die Ankündigung 44 Kohlekraftwerke betreffen, für die eine staatliche Finanzierung in Höhe von 50 Milliarden Dollar vorgesehen war. Die Folge: eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 200 Millionen Tonnen pro Jahr.

Das Problem sei allerdings, dass etwa ein Viertel der neuen Projekte innerhalb des eigenen Landes umgesetzt werden solle, so Sausmikat. 238 Kohlekraftwerke (250 Gigawatt Kohlekraft) seien derzeit in China in der Entwicklung oder im Bau. Schätzungen zufolge sind das mehr als die Hälfte aller neuen Anlagen auf der Welt. Allein im laufenden Jahr genehmigten die chinesischen Behörden laut Greenpeace 24 neue Steinkohlekraftwerke. Ob auch damit hinsichtlich der angekündigten Klimaneutralität bis 2060 bald Schluss ist, sei aufgrund der Krise um den Immobilienkonzern Evergrande und der aktuellen wirtschaftlichen Situation fraglich, meint die Urgewald-Expertin… weiterlesen

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