Wie der Klimawandel uns krank macht

Wie der Klimawandel uns krank macht
Foto: tumisu/Pixabay CC/PublicDomain

Wie der Klimawandel uns krank macht

tagesschau.de: Hitzewellen, Dürre, Überschwemmungen – die Folgen des Klimawandels können sich auch auf unsere Psyche auswirken. Wie und ab wann „Klimaangst“ krankhaft ist und was dagegen hilft.

In einer kürzlich im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Umfrage gaben 71 Prozent von 573 Psychotherapeuten an, dass ihre Patienten Sorgen bezüglich der Klimakrise äußerten. 41 Prozent dieser Therapeuten hatten mindestens einen Patienten, der die Behandlung aufgrund von Klimaangst, veränderter Gefühlslage und Depressionen begonnen hat.

Dass die Klimaangst in der Bevölkerung aufgrund des Klimawandels immer mehr zunimmt, bestätigt auch Andreas Meyer-Lindenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Mit jedem Grad, das die Durchschnittstemperatur ansteigt, steige auch das „Ausmaß an psychischen Störungen an“ – und zwar um etwa 0,9 Prozent, sagt er. Bei 80 Millionen Bundesbürgern sei das schon eine ganze Menge, so Meyer-Lindenberg, „wenn man sich überlegt, dass wir jetzt schon deutlich mehr als ein Grad über dem langjährigen Mittel der Temperaturen sind“.

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Dass die Klimaangst in der Bevölkerung aufgrund des Klimawandels immer mehr zunimmt, bestätigt auch Andreas Meyer-Lindenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Mit jedem Grad, das die Durchschnittstemperatur ansteigt, steige auch das „Ausmaß an psychischen Störungen an“ – und zwar um etwa 0,9 Prozent, sagt er. Bei 80 Millionen Bundesbürgern sei das schon eine ganze Menge, so Meyer-Lindenberg, „wenn man sich überlegt, dass wir jetzt schon deutlich mehr als ein Grad über dem langjährigen Mittel der Temperaturen sind“.

Klimawandel-Ängste nehmen zu, Rechenleistungen ab

Die Aussagen des Psychiaters finden sich auch im Positionspapier zum Thema „Klimawandel und psychische Gesundheit“, das die DGPPN bereits im Jahr 2023 veröffentlicht hat, wieder. Posttraumatische Belastungsstörungen, Angststörungen oder Depressionen werden hier als Auswirkung auf die psychische Gesundheit aufgrund des Klimawandels vor allem genannt.

Auch sollen laut dem Papier unter anderem Fähigkeiten wie die Aufmerksamkeit, die Gedächtnisleistung und die Rechenleistung aufgrund der Luftverschmutzung und dem damit einhergehenden Klimawandel beeinträchtigt werden können.

Posttraumatische Belastungsstörungen nach Naturkatastrophen

Wie sehr und wie lange Naturkatastrophen aufgrund des Klimawandels unsere seelische Gesundheit belasten können, verdeutlicht der Psychiater Meyer-Lindenberg an folgendem Beispiel: Nach dem im Jahr 2005 an der US-amerikanischen Golfküste wütenden Hurrikan Katrina seien auch ein Jahr später noch „mehr als zwei Drittel der Bevölkerung mit einer posttraumatischen Belastungsstörung diagnostizierbar“ gewesen. Und „auch lange danach“ gab es immer noch „einen Anstieg von Angststörungen aber auch von Suchterkrankungen“, sagt Meyer-Lindenberg.

Was ist noch normal, was krankhaft?

Der Klimawandel macht vielen Menschen Angst. Das sei durchaus normal, sagt Meyer-Lindenberg.

Krankhaft ist das erst, wenn die Angst so groß ist, dass der Alltag nicht mehr bewältigt werden kann. Dann handelt es sich laut Melanie Winkler um eine Angststörung. Winkler ist Oberärztin am Medical Park in Bernau am Chiemsee und Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie… weiterlesen

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