Wie Klimaschutz besser gelingen kann

Wie Klimaschutz besser gelingen kann
Grafik: Mohammed Hassan/Pixabay CC/PublicDomain

Wie Klimaschutz besser gelingen kann

Gespaltene Wahrnehmung: 44 Prozent der Verbraucher weltweit sagen im Durchschnitt, dass das Land, in dem sie leben, vom Klimawandel betroffen sei. Nur 33 Prozent jedoch denken, dass das Land auch zum Klimawandel beitrage.

Dieses Bild zeichnet jetzt der Mintel Sustainability Barometer. Mit ihm erhob das weltweit tätige Verbraucher- und Marktforschungsunternehmen Mintel die Einstellungen von je 500 Konsumentinnen und Konsumenten ab 16 oder ab18 Jahren in 16 Ländern. Die Netzumfragen fanden im März 2021 in Brasilien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, Polen, Spanien sowie in Australien, Kanada, China, Indien, Japan, Südkorea, Thailand und den USA statt.

Kanadier glauben am ehesten, dass Kanada den Klimawandel mit verursacht

Ergebnisse: Verbraucher aus Italien (20 Prozent), Brasilien (21 Prozent), Südkorea (24 Prozent) und Spanien (29 Prozent) glauben am wenigsten, dass ihr Land am Klimawandel schuld ist. Im Vergleich dazu denken Verbraucher aus Großbritannien (44 Prozent), Deutschland (45 Prozent) und den USA (46 Prozent) am ehesten, dass ihr Land eine Mitschuld trägt. In Kanada, dem Land mit dem höchsten Wert, ist sogar über die Hälfte (51 Prozent) der Verbraucher davon überzeugt. Das schreiben die Demoskopen in einer Pressemeldung.

Wie stark die Bedenken in den jeweiligen Ländern seien, hänge, schreibt Mintel weiter, eng damit zusammen, was Verbraucher in ihrem eigenen Land erleben. In Deutschland sagen mit 54 Prozent die meisten Verbraucher, dass das Land, in dem sie leben, unter dem Klimawandel leide. Für genauso viele Deutsche zähle der Klimawandel auch zu ihren drei größten Umweltsorgen.

Es scheint eine regelrechte Nachhaltigskeitslücke zu geben – eine Diskrepanz zwischen der Erfahrung von Verbrauchern in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels und der Frage, wer für den Klimawandel verantwortlich ist. In einigen großen Herstellerländern wie Brasilien sind – laut Mintel – Verbraucher der Meinung, dass der Klimawandel durch Abholzung ein externes und kein hausgemachtes Problem ist. Schuld daran trage die Nachfrage nach Fleisch, Soja und Holz aus dem Ausland.

Ergebnisse der Marktforschung

Viele europäische Länder exportieren ihre Emissionen so in produzierende Länder wie China. Bei der Frage, wer am Klimawandel schuld ist, scheinen das viele Verbraucher jedoch zu vergessen.

„Unternehmen, die ein gutes Nachhaltigkeitskonzept haben, müssen das besser kommunizieren und mit gutem Beispiel vorangehen“, raten die Demoskopen von Mintel. Gleichzeitig sollten sie deutlich machen, was ihrer Meinung nach die größten gesellschaftlichen Probleme sind und vor welche Herausforderungen diese Probleme sie als Unternehmen stellen.

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Wenn man Verbraucher frage, so die Untersuchung, was sie dazu bringe, ein Produkt oder eine Dienstleistung mit umweltfreundlicher Auslobung zu kaufen,

  • sagten die meisten (48 Prozent), dass sie die direkte Auswirkung ihres Kaufs am meisten interessiere (dass beispielsweise für jeden Kauf ein Baum gepflanzt wird).
  • 47 Prozent der Verbraucher interessieren sich für Umweltlabels, die beispielsweise die Höhe der CO2-Emissionen angeben.
  • 42 Prozent möchten Informationen über die Umweltauswirkungen eines Produkts in Bezug auf eine messbare Größe, die sie verstehen können (wie der Wasserverbrauch des Produkts in Litern oder der Transportweg in Kilometern).
  • 41 Prozent der Verbraucher achten auf Zertifizierungen durch die Unternehmen die Einhaltung bestimmter Umweltstandards belegen können.
Verbraucher brauchen messbare Auswirkungen auf die Umwelt

Das Fazit der Marktforscher: Verbraucher wollten, dass Unternehmen einfache Begriffe und Daten verwenden, um ihnen die direkten und messbaren Auswirkungen ihres Kaufs auf die Umwelt zu erklären.

Unternehmen müssen dafür sozusagen ein neues Nachhaltigkeitslexikon aufsetzten, das Verbraucher einfach verstehen können und welches das Vertrauen in die Wissenschaft stärke. Verbraucher wollten verstehen, welche direkten Auswirkungen ihr individuelles Kaufverhalten hat – und wollten hören, dass sich ihr Kaufverhalten positiv auf die Umwelt auswirkt.

pit

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