Zu-Fuß-Gehen wirkt unterschiedlich gesund

Zu-Fuß-Gehen wirkt unterschiedlich gesund
Foto: Silviu Costin Iancu/Pixabay CC/PublicDomain

Zu-Fuß-Gehen wirkt unterschiedlich gesund

Zu-Fuß-Gehen ist gesund. Das wissen Mediziner. Aber Gehen ist nicht gleich Gehen. Das fand jetzt die Architektur-Professorin Gulsah Akar an der Ohio State University heraus: Wer sich zu Fuß auf den Weg zur Arbeit oder auch zum Einkaufen macht, schätzt den Gesundheitseffekt dabei nämlich viel höher ein als jenen bei einem bloßen Spaziergang ohne konkretes Ziel.

Für die Studie werteten Akar und ihre Kollegen Daten des 2017 National Household Travel Survey aus – so hatte sie über eine halbe Million Wege zu Fuß, die sie in die Untersuchung einbeziehen konnte. Insgesamt nutzte sie die Reports von 125.885 Erwachsenen in den USA im Alter zwischen 18 und 64 Jahren, die zwischen April 2016 und Mai 2017 ihre Erfahrungen mit ihren Fußwegen aufgezeichnet haben.

Wer zur Arbeit geht, läuft schneller und länger

Wichtige Erkenntnis: Wer auf dem Weg ins Büro oder an seine Werkbank oder aber etwa zum Einkauf im Supermarkt zu Fuß unterwegs ist, geht in der Regel flotter: 4,3 statt nur 4,0 Stundenkilometer ergab die Untersuchung. Das fordert den Körper mehr und hält ihn tatsächlich auch gesünder.

In ihrer eigenen Einschätzung auf einer Skala von 1 bis 5 bewerteten die Probanden den gesundheitlichen Effekt ihrer Fußwege. Schon 10 Minuten länger zu Fuß-Gehen steigerte nach dieser subjektiven Bewertung den Effekt um 6 Prozent, fand die Forscherin.

Einen Unterschied stellte Akar auch dabei fest, ob ein Fußmarsch von Zuhause aus startet oder an einem beliebigen anderen Ort. Gehen die Menschen von ihrer Wohnung aus auf einen Fußweg, dauert er bei über 64 Prozent mindestens 10 Minuten. Bei Fußwegen, die nicht zuhause beginnen war dies nur in der Hälfte der Fälle so lang.

Fußwege bei Stadtplanungen berücksichtigen

Und: Bereits 10 Minuten Fußweg pro Tag – etwa zur nächsten ÖPNV-Haltestelle auf dem Weg zur Arbeit – verbessern das persönliche Gefühl, für die Gesundheit Positives zu tun: Bei Wegen zur Arbeitsstelle klettert dieser Wert laut Akars Studie um 6 Prozent. Handelt es sich um reine Freizeitbeschäftigung liegt der Wert bei 3 Prozent.

Städteplanerin Akar zieht aus den Ergebnissen ihrer Studie den Schluss, dass es vernünftig wäre, Kommunen so zu planen, dass ihre Bewohner im Laufe ihrer Tage immer wieder kleine Fußwege machen (müssen). Das verbessere das persönliche Gefühl gesünder zu leben.

pit

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