Vermessung zeigt schnelleren Gletscherschwund

Vermessung zeigt schnelleren Gletscherschwund
Eine neue Vermessung der Bayerischen Gletscher im Herbst 2025 durch ein Team von Glaziologen der Hochschle München (HM) und der Bayerische Akademie der Wissenschaften (BAdW) zeigt massiven Eisverlust: Insgesamt verloren die Bayerischen Gletscher zwischen 2023 und 2025 mehr als ein Viertel ihrer Fläche.
Die jährliche Verringerung der Eisdicke lag im Mittel bei 1,6 Meter pro Jahr – und damit doppelt so hoch wie in der vorhergehenden Periode 2018–2023, in der die Gletscher durchschnittlich 0,8 Meter dünner wurden. Insgesamt verloren sie in nur zwei Jahren rund eine Million Kubikmeter Eis.
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Starke Unterschiede zwischen den Gletschern
Die Gletscher in Berchtesgaden – das Blaueis und der Watzmanngletscher – erfuhren sogar Flächenverluste über 40 Prozent, was auf einen tatsächlichen Zerfall der letzten Eisreste hinweist.
Der Höllentalferner an der Zugspitze hingegen zeigt sich deutlich stabiler: Er verlor im gleichen Zeitraum nur 9 Prozent seiner Fläche. Der Nördliche Schneeferner büßte mit einem Dickenverlust von 4,85 Meter beinahe doppelt so viel ein wie die übrigen Gletscher (Durchschnitt: 2,5 Meter).
Dies wirkt sich auch auf die Nutzung der Gletscher aus, erklärt HM-Professor Wilfried Hagg: „Der Schlepplift, der in diesen Tagen abgebaut wird, war durch die starke Absenkung der Eisoberfläche nicht mehr haltbar. Im Bereich der Lifttrasse hat der Gletscher 7 bis 8 Meter in der Vertikalen eingebüßt. Damit verliert Deutschland sein einziges Gletscherskigebiet.“
Rekordtemperaturen an der Zugspitze
Hauptursache des beschleunigten Gletscherschwunds ist der Klimawandel. Die Jahre 2024 und 2025 waren nicht nur global die wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn, sondern auch im deutschen Alpenanteil: An der Zugspitze lag das Temperaturmittel beider Jahre mehr als 2°C über dem Durchschnitt der 125-jährigen Messreihe.
Die Ergebnisse fügen sich damit in das weltweite Bild höchster Gletscherverluste der vergangenen Jahre ein.
„Wir sehen, dass die Gletscher inzwischen in einem rasanten Tempo abschmelzen“, erklärt Glaziologe Christoph Mayer, BAdW, die Ergebnisse. „Die Geschwindigkeit des Gletscherschwundes hat sich in den letzten Jahren verdoppelt – die Gletscher in Berchtesgaden sind nur noch ein kleiner Rest. Der nördliche Schneeferner geht auch zügig seinem Ende zu, da er durch seine südliche Ausrichtung deutlich mehr Höhe verliert als der Höllentalferner in seiner schattigen Tallage. Die beinahe ausschließlich von Menschen verursachte Veränderung des Klimas in den letzten Jahren ist der Hauptgrund für die starken Verluste, während die Unterschiede zwischen den Gletschern auf die lokalen Besonderheiten zurückzuführen sind“, betont er.
idw


