Studie: Wachsende Belastung mit PFAS

Studie: Wachsende Belastung mit PFAS
rnd.de: Forscher haben Blutproben von mehr als 100 Menschen aus Europa untersucht. Dabei fanden sie in allen Fällen Spuren sogenannter PFAS-Verbindungen – einmal sogar auf Rekordniveau.
Eine neue Studie der Freien Universität Amsterdam warnt vor einer Zunahme potenziell gefährlicher Industriesubstanzen im menschlichen Körper. Die Forscher untersuchten Blutproben von mehr als 100 Freiwilligen auf sogenannte Ewigkeitschemikalien. Viele der sogenannten per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) bauen sich in der Umwelt kaum oder nur über ausgedehnte Zeiträume ab.
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In allen Proben fanden sich Spuren von vier langlebigen PFAS. Die Analyse, die eine Grünen-Europaabgeordnete beauftragt hatte, wird am Donnerstag in Brüssel veröffentlicht und liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorab vor.
Bislang höchster bei Menschen gemessene Werte
Die nachgewiesenen PFAS-Konzentrationen lagen in etwa auf dem Niveau anderer Untersuchungen der Allgemeinbevölkerung. Besonders auffällig war jedoch die Verbindung Trifluoressigsäure (TFA): Sie kam bei allen Teilnehmenden vor, und ihr Medianwert lag vier- bis fünfmal höher als bei allen vier langlebigen PFAS zusammen. Laut Studie war es der bislang höchste beim Menschen ermittelte Wert.
TFA gelangt über Industrieabwässer, Kältemittel, bestimmte Arzneimittel und den Abbau von Pestiziden in die Atmosphäre und den Wasserkreislauf. Zudem reichert sich die Substanz in Böden an und kann so auch in Lebensmittel gelangen. Die Europäische Chemikalienagentur stuft TFA als fortpflanzungsgefährdend ein.
Gesundheitsschädliche Ewigkeitschemikalien haben in Kochgeschirr, Trinkwasser und Kleidung nichts zu suchen.
Jutta Paulus (Grüne), EU-Abgeordnete
„Die Studienergebnisse zeigen die alarmierende, flächendeckende Belastung europäischer Bürgerinnen und Bürger mit PFAS“, sagte die EU-Umweltpolitikerin Jutta Paulus (Grüne) dem RND. „Gesundheitsschädliche Ewigkeitschemikalien haben in Kochgeschirr, Trinkwasser und Kleidung nichts zu suchen.“ Die Verursacher müssten für die Sanierung von Böden und Gewässern zur Kasse gebeten werden.
Bei 27 der 110 Teilnehmenden lag die Summe der vier besonders relevanten langlebigen PFAS über dem von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit angesetzten sicheren Wert. Bei Männern mit zunehmendem Alter stiegen sie deutlich. Höhere Konzentrationen fanden sich zudem bei Menschen, die häufig Fisch, Meeresfrüchte oder Fleisch aßen… weiterlesen


