Neue Umfrage: hohe Zufriedenheit mit Wärmepumpe

Neue Umfrage: hohe Zufriedenheit mit Wärmepumpe
95 Prozent der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, die in den vergangenen Jahren auf eine Wärmepumpe umgestellt haben, sind zufrieden bis sehr zufrieden mit der Technologie. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Öko-Instituts, des Instituts für Energie- und Umweltforschung ifeu und co2online. Damit fallen die Erfahrungen der Eigentümerinnen und Eigentümer mit Wärmepumpen deutlich positiver aus als die Erwartungen derjenigen, die noch mit fossilen Energieträgern heizen.
Die Umfrage zeigt, dass wirtschaftliche Aspekte bei der Bewertung von Wärmepumpen eine zentrale Rolle spielen. Mehr als 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich Wärmepumpen langfristig finanziell rechnen, und betonen, dass die Förderung ihre Anschaffung attraktiv macht. Auch die Energie-Resilienz ist für Eigentümer*innen relevant: Rund zwei Drittel der Befragten stimmen der Aussage zu, dass eine Wärmepumpe unabhängiger von schwankenden Energiepreisen macht.
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Vorbehalte gehen auf Fehlannahmen zurück
Eigentümerinnen und Eigentümer, die noch keine Wärmepumpe besitzen, haben hingegen häufig Vorbehalte gegenüber der Technologie, die im Wesentlichen auf Fehlannahmen beruhen. So geht etwa die Hälfte der Befragten davon aus, dass ältere Einfamilienhäuser vor dem Einbau einer Wärmepumpe umfassend saniert werden müssen. Knapp ein Drittel ist noch immer der Meinung, dass für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe zwingend eine Fußbodenheizung erforderlich sei. Beides trifft auf moderne Wärmepumpen jedoch nicht mehr zu.
Hohe Kosten als weiteres Hemmnis
Weitere Hemmnisse für die Anschaffung einer Wärmepumpe sind laut Befragung, dass die aktuell eingebaute Heizung noch nicht das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat – dies gilt für rund 50 Prozent der Befragten – und dass die Anschaffungskosten als zu hoch wahrgenommen werden. Rund 80 Prozent finden die Kosten zu hoch. Auch der Aufwand für die Installation wird von rund 20 Prozent als zu hoch eingeschätzt und zehn Prozent empfinden die Förderbedingungen als zu komplex.
Zudem ist das Vertrauen in stabile politische Rahmenbedingungen geschwächt: Mehr als die Hälfte der Befragten nimmt die Förderbedingungen als überwiegend unsicher wahr. Rund zehn Prozent befürchten, dass die Strompreise stark steigen und dadurch laufende Kosten zu hoch werden könnten.
Aufklären und verlässlich fördern – Wege zum klimafreundlichen Heizen
Die Befragung zeigt, dass vor allem praktische und wirtschaftliche Erwägungen Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer von Investitionen in klimafreundliche Wärmepumpen abhalten. Die Autorinnen und Autoren betonen daher, dass weiterhin zielgerichtete Informations- und Unterstützungsangebote sowie eine verlässliche finanzielle Förderung notwendig sind, um diese Hemmnisse abzubauen. Eine kostenlose Erstberatung, Hilfe beim Ausfüllen komplexer Förderanträge oder ein Online-Eignungstest für das eigene Wohngebäude könnten dabei helfen.
„Fast alle, die heute eine Wärmepumpe besitzen, sind zufrieden“, fasst Tanja Kenkmann, Gruppenleiterin Wärmewende & Effizienz am Öko-Institut, zusammen, „die Zufriedenheit ist hoch, die Technik ist ausgereift und hohe Preise für Gas und Öl könnten jetzt noch mehr Hausbesitzerinnen und -besitzer motivieren, eine Wärmepumpe anzuschaffen.“ Wenn die Politik dafür die richtigen Rahmenbedingungen setze, stehe dem klimafreundlichen Heizen nichts mehr im Wege, so die Wissenschaftlerin.
Informationen zum Forschungsprojekt „Wärmepumpe? Kann ich!“
Die Befragung entstand im Forschungsvorhaben „Wärmepumpe? Kann ich!“. Dieses untersucht, wie Eigentümer*innen von Ein- und Zweifamilienhäusern die Eignung ihres Gebäudes für eine Wärmepumpe selbst besser einschätzen können. Grundlage dafür sind Literaturanalysen, Expertinnen- und Experten-Interviews und die Befragung von Gebäudeeigentümerinnen sowie
-eigentümer. Im nächsten Schritt ist ein Feldtest mit 100 bis 200 Teilnehmenden geplant.
Mandy Schoßig


