Mehrheit gegen Reiches Energiepolitik

Mehrheit gegen Reiches Energiepolitik
fr.de: Katherina Reiche sorgt mit ihren Plänen immer wieder für Kritik. Eine Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit das Vorgehen der Bundesregierung bei der Energiepolitik ablehnt.
Katherina Reiche ist wohl eine der polarisierendsten Figuren im Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz. Ihre Entscheidungen in der Energiepolitik treffen regelmäßig auf scharfe Kritik von Umweltschützern und aus der Branche der Erneuerbaren. Vor allem die Rückbesinnung auf den Bau von Gaskraftwerken und Förderkürzungen bei Solar- und Windkraftanlagen hatten zuletzt immer wieder für Ärger gesorgt.
Doch nicht nur bei Betreibern von erneuerbaren Energieanlagen kann Reiche mit ihrer Energiepolitik kaum punkten. Eine repräsentative Umfrage des Meinungs- und Marktforschungsinstituts im Auftrag der Naturstrom AG, ein Anbieter für erneuerbare Energien, kommt zu dem Ergebnis, dass die Befragten das Vorgehen der Wirtschaftsministerin mehrheitlich ablegen.
Lesen Sie auch:
Mehrheit lehnt Pläne von Katherina Reiche ab – Novelle beim Heizungsgesetz findet wenig Zustimmung
Durchgeführt wurde die Onlinebefragung vom 6. bis 8. März 2026 unter 5000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern über 18 Jahren. Gefragt wurde nach der Meinung zur Streichung der Einspeisevergütung von Photovoltaikanlagen bis zu einer Leistung von 25 Kilowatt. Mehr als 53 Prozent halten den Schritt laut der Umfrage für „eindeutig falsch“ oder „eher falsch“. Dagegen sprachen sich 36 Prozent „eindeutig“ oder „eher“ für die Maßnahme aus.
Die Streichung der PV-Förderung für kleine Anlagen würde vor allem private Haushalte treffen, die sich eine Solaranlage anschaffen wollen. Umgesetzt werden soll der Schritt über eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, wie aus einem geleakten Referentenentwurf zuletzt hervorging. Grund für den Schritt ist laut dem Entwurf die Annahme, dass Kleinstanlagen mittlerweile auch ohne Förderung wirtschaftlich betrieben werden können. Aus einer Umfrage der Initiative Klimaneutral unter 2159 (2024) und 4048 (2025) Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern ging jedoch zuletzt hervor, dass 73 Prozent auf eine staatliche Förderung bei der Anschaffung einer PV-Anlage angewiesen sind.
Bei der Umfrage der Naturstrom AG wurde auch die Haltung der Befragten zur Abschaffung des sogenannten Heizungsgesetzes abgefragt. Dieses Gebäudeenergiegesetz hatten Union und SPD zuletzt zum Gebäudemodernisierungsgesetz umbenannt und teils tiefe Einschnitte beim Klimaschutz vorgenommen. Vor allem das Festhalten an Gas- und Ölheizungen unter Verweis auf klimaneutrale Energieträger wird oft kritisch betrachtet.
Mehr Verunsicherung durch Reiches Kampfansage gegen das Heizungsgesetz
Laut der Umfrage glauben 57 Prozent der Befragten, dass durch die Anpassung des Gebäudeenergiegesetzes „mehr“ oder „eher mehr“ Verunsicherung entstehen würde. Selbst solche Personen, die sich eher der CDU/CSU zugehörig fühlen, fürchten zu 39 Prozent mehr Unsicherheiten. Dagegen glauben 33 Prozent daran, dass es „eindeutig“ oder „eher mehr“ Planbarkeit beim Einbau einer neuen Heizung geben wird.
Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG, sieht in den Ergebnissen der Umfrage den Beweis dafür, dass die Bundesregierung „Energiepolitik an den Menschen vorbei“ mache, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die Pläne für einen abrupten Stopp der Solarförderung und zugleich niedrigere Anforderungen an den Einbau neuer Gasheizungen senden ein fatales Signal: Dieser Bundesregierung ist es mit der Transformation nicht ernst.“ Noch bleibe aber Zeit, die Pläne der Regierung anzupassen.
Reiches Politik in der Kritik: Verbände und Grüne prangern Scheitern beim Klimaschutz an
Kritik am Vorgehen der Bundesregierung kommt auch aus der Opposition. Die Grünen haben gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am Samstag (14. März) vorgelegte Klimabilanz 2025 scharf kritisiert. „Der Ball war auf dem Elfmeterpunkt und wird aktuell von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Bundeskanzler Friedrich Merz ins Aus geschlagen“, kritisierte Lisa Badum, klimapolitische Sprecherin der Grünen. Sie warnte laut der Nachrichtenagentur Reuters vor einem „Abwürgen der Energiewende“… weiterlesen


