Bahn fährt wieder öfter im Fahrplan

Bahn fährt wieder öfter im Fahrplan
sueddeutsche.de: Im März erreichten 62,1 Prozent aller ICEs und ICs rechtzeitig ihr Ziel. Das klingt wenig, ist aber deutlich mehr als in den beiden Vormonaten.
Die Deutsche Bahn (DB) hat bei der Pünktlichkeit im Fernverkehr im März wieder die Schwelle von 60 Prozent überschritten. Das geht aus internen Daten des Staatskonzerns hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen und welche die Bahn auf Nachfrage bestätigte. Demnach erreichten im März 62,1 Prozent aller ICEs und ICs ihr Ziel pünktlich.
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Zwar gab es erneut ein halbes Dutzend Tage, an denen nur etwas mehr als die Hälfte aller Fernzüge den Fahrplan einhalten konnte. Als pünktlich gilt ein ICE oder IC, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat. Insgesamt aber pendelte sich die Pünktlichkeit im März auf einem deutlich höheren Niveau ein als noch in den Vormonaten, als Schnee, Eis und Kälte den Betrieb erschwerten und in einigen Regionen zeitweise sogar zum Erliegen brachten. An drei Tagen erreichte die Deutsche Bahn sogar wieder Pünktlichkeitswerte von mehr als 70 Prozent. Das war jedes Mal am Wochenende der Fall, wenn weniger Güter- und Regionalzüge unterwegs sind und das Schienennetz und insbesondere die großen Bahnknoten weniger stark ausgelastet sind als unter der Woche.
Deutlich mehr Bauarbeiten im März
„Wichtigster Einflussfaktor für die Pünktlichkeit bleibt auch im März die Infrastruktur“, teilt eine Bahn-Sprecherin mit. Aufgrund des frost- und schneereichen Jahresbeginns habe die DB Infrago – die Infrastruktur-Tochter des Konzerns – zahlreiche Baustellen verschieben müssen. Viele dieser Arbeiten seien im März nachgeholt worden, parallel hätten die Bauteams mit ohnehin geplanten Baustellen begonnen. „Das Baugeschehen im März lag damit deutlich über dem des Februars“, so die Bahn-Sprecherin.
Dass sich die Pünktlichkeit dennoch verbessert hat – im Februar kamen nur 59,4 Prozent aller Fernzüge rechtzeitig an, im Januar sogar nur 52,1 Prozent – liege daran, dass die Baustellen und ihre Auswirkungen auf den Bahnverkehr mittlerweile weitgehend in den Fahrplänen berücksichtigt seien, teilte die Bahn-Sprecherin mit. Im Grunde gibt es bei der DB Infrago zwei Arten von Baustellen: Jene, die schon länger geplant sind – und solche, die kurzfristig nötig sind. Letztere bringen den Fahrplan häufig besonders durcheinander, weil die Disponenten kurzfristig darauf reagieren und Züge sowie Personal neu takten müssen. Gleiches gilt für klassische Störungen an Oberleitungen, Stellwerken oder Weichen, die die Züge ebenfalls oft über mehrere Stunden hinweg zu spontanen Umleitungen zwingen.
Baustellen vorausschauender planen
Die DB Infrago verfolgt deshalb schon seit einiger Zeit das Ziel, Baustellen vorausschauender zu planen und dabei auch besser zu antizipieren, welche Arbeiten man zusammenfassen könnte, um weniger kleine Einzelbaustellen zu haben. Im Großen tut sie das bereits mit ihren Korridor-Sanierungen, bei denen sie unter Vollsperrung große Streckenabschnitte rundum erneuert. Im Kleineren ist das aber auch für weitere Baustellen geplant, die in sogenannten „Containern“ gebündelt werden und so den Betrieb weniger durcheinanderwirbeln sollen. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung beschrieb der damalige Infrastruktur-Vorstand Berthold Huber die Pläne Ende 2024 so: „Der Fahrplan folgt künftig nicht mehr dem Bau, sondern der Bau folgt dem Fahrplan. Wir arbeiten die Baustellen so in die Pläne ein, dass nur noch in bestimmten Zeitfenstern gebaut werden darf.“
Noch ist die DB Infrago hier nicht so weit, wie sie gerne wäre: Im April waren nach SZ-Informationen nur 75 Prozent der eingeplanten „Container“ auch wirklich belegt; Ziel sind 80 Prozent. Auch hier zeigt sich im Vergleich zu den vergangenen Monaten jedoch eine deutliche Steigerung.
Am Osterwochenende kamen mehr als 70 Prozent der Fernzüge pünktlich
Noch mal eine deutliche Steigerung bei der Pünktlichkeit hat die Deutsche Bahn auch in den ersten Apriltagen erreicht. Lag die Pünktlichkeit unmittelbar vor dem Osterwochenende noch bei unter 60 Prozent, sprang sie am Karfreitag auf 73,7 Prozent. Am Ostersamstag und Ostersonntag kamen sogar jeweils mehr als 75 Prozent aller Fernzüge pünktlich an, am Ostermontag knapp 70 Prozent…. weiterlesen


