Radfahren mit Sensoren sicherer machen

Radfahren mit Sensoren sicherer machen
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Radfahren mit Sensoren sicherer machen

br.de: Ein Forschungsprojekt in Würzburg will für mehr Verkehrssicherheit auf dem Rad sorgen. Sensorboxen an Fahrrädern messen unter anderem Überholabstände, Schlaglöcher und Feinstaub. Das Projekt soll helfen, gefährliche Stellen im Radnetz zu entschärfen.

In Würzburg soll Radfahren mithilfe von Daten sicherer werden. Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) setzt bei ihrem Forschungsprojekt auf Sensorboxen, die an Fahrrädern befestigt werden und während der Fahrt kritische Situationen erfassen. Aus den Messwerten entsteht eine digitale Karte mit Problemstellen im Radverkehr. Die gesammelten Daten sollen eine objektive Grundlage liefern, um über sichere Radwege und eine bessere Fahrrad-Infrastruktur in Würzburg zu entscheiden. „Die Hoffnung ist da, dass nach der Datenerhebung auch etwas umgesetzt wird“, sagt Projektleiter Nicholas Müller.

Sensoren messen Abstände und Schlaglöcher

Die Technik in den Boxen erfasst vor allem Abstände: nach links – etwa wenn Autos überholen – und nach rechts – etwa zu parkenden Fahrzeugen. Unterschreitungen des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstands von 1,50 Metern beim Überholen von Radfahrenden lassen sich so genau dokumentieren. Außerdem registrieren Sensoren Erschütterungen – etwa durch Schlaglöcher, Unebenheiten im Straßenbelag oder nicht abgesenkte Bordsteine. Ergänzend wird während der Fahrt die Feinstaubbelastung gemessen.

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Belastbare Daten zur Radfahrsituation

Bislang stützen sich Diskussionen über Verkehrssicherheit für Radfahrende häufig auf persönliche Erlebnisse: zu dichtes Überholen in bestimmten Straßen, gefährliche Schlaglöcher oder belastende Luft an stark befahrenen Achsen. „Jeder Fahrradfahrende kennt eine solche Story, wo man mal geschnitten oder zu eng überholt wurde, wo man sich unwohl fühlt. Wir müssen weg von dieser Einzelerfahrung hin zu konkreten Daten“, so Nicholas Müller.

Das Projekt will diese anekdotischen Berichte durch empirische Daten ersetzen. Wenn sich in den Auswertungen zeigt, dass an bestimmten Stellen immer wieder der Überholabstand unterschritten wird oder alle Sensorboxen dort starke Erschütterungen messen, lassen sich diese Gefahrenpunkte klar belegen.

Übersichtskarte für Würzburgs Radnetz

Aus den Daten entsteht eine Übersichtskarte, auf der problematische Abschnitte im Radnetz sichtbar werden – etwa Bereiche mit häufig zu geringen Überholabständen, besonders holprige Strecken oder Straßen mit hoher Feinstaubbelastung.

Diese Karte soll eine Grundlage für Stadtplanung und Politik liefern: Radstreifen könnten verbreitert, temporäre Parkverbote eingerichtet oder Alternativrouten zu stark belasteten Straßen ausgewiesen werden.

ADFC Bayern begrüßt das Projekt

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) begrüßt es sehr, dass solche Messungen durchgeführt werden. Daten wurden laut Laura Ganswindt auch schon in der Vergangenheit erhoben. Beispiel München: Hier wurden mit dem „Open-Bike-Sensor“ die Überholabstände zu Fahrrädern dokumentiert.

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