Papst vs.Trump: „Rüstung ist nicht Verteidigung“

Papst vs.Trump: „Rüstung ist nicht Verteidigung“
Papst-Leo-IVX. Foto: Wikimedia-CC 4.0/Edgar Beltran

Papst vs. Trump: „Rüstung ist nicht Verteidigung“

fr.de: Papst Leo XIV. verurteilt weltweite Aufrüstung und KI im Krieg. Der Streit mit Donald Trump könnte damit weiter eskalieren.

Papst Leo XIV. hat den Konflikt mit US-Präsident Donald Trump mit einer ungewöhnlich scharfen Friedensrede weiter zugespitzt. Vor Studierenden der Sapienza-Universität in Rom griff das Oberhaupt der katholischen Kirche den weltweiten Rüstungsboom, militärische Eskalation und die zunehmende Rolle künstlicher Intelligenz in Kriegen frontal an.

Die Aussagen gelten offenkundig auch als indirekter Angriff auf die Politik Trumps, der NATO-Staaten zuletzt massiv zu höheren Verteidigungsausgaben gedrängt hatte. Der Streit zwischen dem Vatikan und dem Weißen Haus schwelt bereits seit Monaten: Leo XIV. hatte wiederholt Kritik an der US-Migrationspolitik, am Iran-Krieg und an martialischer Kriegsrhetorik geäußert.

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„Man darf eine Aufrüstung, die Spannungen und Unsicherheit vergrößert, Investitionen in Bildung und Gesundheit schmälert, das Vertrauen in die Diplomatie widerlegt und Eliten bereichert, denen das Gemeinwohl gleichgültig ist, nicht Verteidigung nennen“, erklärte Leo laut Vatican News. Der Papst sprach demnach von einer Welt, die „von Kriegen und von der Sprache des Krieges entstellt“ sei.

Dies sei eine „Vergiftung der Vernunft“, die von der geopolitischen Ebene bis in soziale Beziehungen eindringe, heißt es in dem Bericht von Vatican News weiter. Laut dpa warnte Leo zugleich vor einer „Vergiftung der Zukunft“ durch Kriege und rief die Studierenden dazu auf, „Gestalter eines echten Friedens“ zu werden.

„Spirale der Vernichtung“: Papst Leo warnt vor neuen Technologien

Besonders besorgt zeigte sich Leo XIV. über den Einsatz künstlicher Intelligenz in militärischen Konflikten. Mit Blick auf den Ukraine-Krieg, die Konflikte im Gazastreifen, in den palästinensischen Gebieten, im Libanon und im Iran sprach er laut Vatican News von einer „unmenschlichen Entwicklung der Beziehung zwischen Krieg und neuen Technologien in einer Spirale der Vernichtung“.

KI dürfe menschliche Entscheidungen nicht ihrer Verantwortung berauben, mahnte der Papst gemäß dem Vatikan-Portal. Auch das publizistische Projekt des US-Demokraten und ehemaligen Kongresskandidaten Christopher Hale The Letters from Leo ordnet die Rede als Grundsatzkritik an einer transatlantischen Aufrüstungslogik ein, die Bildung, Gesundheit und Diplomatie zugunsten militärischer Stärke verdränge.

Historie des Konflikts: Leo kritisiert Trump seit Monaten

Der Konflikt zwischen Leo XIV. und Trump hatte sich über Monate aufgebaut. Der Papst hatte bereits seit Beginn seines Pontifikats immer wieder indirekt die Politik des US-Präsidenten kritisiert – etwa die US-Migrationspolitik, die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und die amerikanisch-israelische Kriegsführung gegen Iran.

Besonders scharf wurde der Streit, nachdem Donald Trump dem Iran mit der Auslöschung einer „ganzen Zivilisation“ gedroht hatte. Leo bezeichnete diese Äußerung laut tagesschau.de als „inakzeptabel“ und moralisch verwerflich. Bei einem Friedensgebet im Petersdom rief der Papst zudem: „Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!“

US-Präsident Trump schlägt zurück: „Kein Fan von Papst Leo“

Trump reagierte mit einer persönlichen Attacke. Laut AP News erklärte der US-Präsident, er sei „kein Fan“ von Papst Leo. Zudem bezeichnete er den Pontifex als „schwach“ bei Kriminalität und als „Katastrophe in der Außenpolitik“. Auf Truth Social schrieb Trump kürzlich, Leo solle aufhören, der „radikalen Linken“ nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein „großer Papst“ statt ein Politiker zu sein. Eine Entschuldigung lehnte Trump gemäß AP News ausdrücklich ab… weiterlesen

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