Jede zweite Werbung fällt als Greenwashing durch

Jede zweite Werbung fällt als Greenwashing durch
umweltdialog.de: In einer Studie von WORTLIGA und media4nature verletzen 176 von 345 Firmen mit grünen Claims Vorgaben zur Nachhaltigkeitskommunikation (51 Prozent). Geprüft wurden 476 Webseiten gegen ein sechsteiliges Prüf-Skript zum UWG und kommenden EU-Vorgaben.
Die häufigsten Fehler: pauschale Begriffe wie „grün“ ohne Beleg im selben Sichtbereich (100 Fälle) und Vergleiche ohne Basisjahr (57 Fälle). 42 Seiten werben mit „klimaneutral“ auf Kompensationsbasis – eine Praxis, die ab Ende September 2026 unzulässig ist. Erhoben wurden die Seiten Anfang August 2026, also rund sieben Wochen vor dem Stichtag.
Lesen Sie auch:
Greenwashing vermeiden: Das Content-Management muss die neuen Regeln kennen
„Viele meinen es gut, formulieren aber nach dem alten Stand“, sagt Gidon Wagner, Geschäftsführer der WORTLIGA Tools GmbH. „Wer seine Nachhaltigkeits-Belege am Ort der Aussage führt, kommt ohne Greenwashing aus. 48 Prozent der mit Nachhaltigkeit werbenden Firmen zeigen, dass das geht.“
„Für Marketingtreibende ist das der Weckruf: Ab Herbst 2026 wird aus einem Stilproblem ein rechtliches Risiko“, ergänzt Magnus Herkner Hetz, Geschäftsführer von media4nature und Mitherausgeber der Studie.
„In der Nachhaltigkeitskommunikation sind Transparenz, Offenheit und Klarheit immer schon Schlüssel für Glaubwürdigkeit und eine gute Kundenbeziehung. Die elementare Frage: Versteht jeder Außenstehende, was hinter meiner Aussage steckt? Die Dimensionen ‚wie, wann, wo und durch was?‘ spielen hier eine große Rolle. Die Zahlen der Studie geben Unternehmen die nötigen Argumente, um Kommunikation und Compliance an einen Tisch zu holen.“
Ergebnisse der Studie im Überblick:
- 181 der 476 geprüften Websites (38 Prozent) verletzen das Prüf-Skript, 170 Seiten (36 Prozent) halten es ein, auf 124 Seiten fehlt ein eigener Claim.
- Auf Unternehmensebene: von 345 Claim-tragenden Firmen 176 mit Verstößen (51 Prozent), 167 konform (48 Prozent), zwei ohne eindeutiges Mehrheitsurteil ihrer Seiten.
- Häufigste Fehler: pauschale Begriffe wie „grün“ ohne Beleg im selben Sichtbereich (100 Fälle), Vergleiche ohne Basisjahr (57 Fälle).
- 42 Seiten werben mit „klimaneutral“ auf Kompensationsbasis – ab 27. September 2026 unzulässig… weiterlesen


