Klimafinanzierung verfehlt Milliarden-Versprechen

Klimafinanzierung verfehlt Milliarden-Versprechen
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Klimafinanzierung verfehlt Milliarden-Versprechen

energiezukunft.eu: Auf der internationalen Bühne hatte Deutschland sechs Milliarden Euro ab 2025 für Klimaschutz und Klimaanpassung in ärmeren Ländern versprochen. Dieses Ziel wurde deutlich verfehlt, wie neue Zahlen aus Entwicklungs- und Umweltministerium zeigen.

Eine „starke Mobilisierung öffentlicher und Privater Mittel für den Globalen Süden“ habe die internationale Klimafinanzierung für 2025 ergeben, teilten Bundesumweltministerium und Entwicklungsministerium in einer gemeinsamen Pressemitteilung am gestrigen Dienstag mit. Der Anteil der mobilisierten öffentlichen und privaten Mittel habe einen neuen Höchstwert erreicht. Insgesamt 10,8 Milliarden Euro seien so zusammengekommen. Gelder, die in Projekte für Klimaschutz und Klimaanpassung in Entwicklungs- und Schwellenländer fließen sollen.

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Bundesumweltminister Carsten Schneider sagte: „In Zeiten geopolitischer Spannungen, einer globalen Energiekrise und der Zunahme von Extremwetterereignissen durch den Klimawandel setzt Deutschland mit seiner erneut starken Klimafinanzierung ein wichtiges Zeichen.“ Und Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan erklärte: „In Zeiten sinkender öffentlicher Haushalte setzen wir dabei zunehmend – und erfolgreich – auch auf Hebelung im Kapitalmarkt und private Investitionen.“

6,1 Milliarden Euro der Gesamtsumme stammten 2025 aus mobilisierten Mitteln. Darunter fallen Marktmittel der KfW – der Kreditanstalt für Wiederaufbau – sowie der DEG – der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft – über 5,15 Milliarden Euro. Diese Mittel werden von den Banken im Auftrag der Bundesregierung am Kapitalmarkt aufgenommen und in Form rückzahlbarer Kredite vor allem für die Energiewende in Entwicklungs- und Schwellenländern eingesetzt. Weitere 950 Millionen Euro waren über KfW und DEG mobilisierte Mittel privater Unternehmen für Transformationsprojekte im Globalen Süden.

23 Prozent weniger als im Vorjahr

Damit bleiben 4,7 Milliarden Euro, die Umwelt- und Entwicklungsministerium 2025 aus Haushaltsmitteln bereitstellten, wovon ein Teil aus Schenkungen und ein Teil aus Zuschüssen zu vergünstigten Krediten besteht. Dabei wurde kein neuer Höchstwert erreicht. Vielmehr sanken die Haushaltsmittel gegenüber dem Vorjahr um rund 1,4 Milliarden Euro – ein 23 Prozent niedrigerer Wert.

Marianne Lotz, Klimafinanzexpertin beim WWF Deutschland, kritisiert: „Die Folgen der Klimakrise werden weltweit immer spürbarer und ausgerechnet jetzt fährt Deutschland seine Unterstützung zurück. Der deutliche Rückgang der Haushaltsmittel sendet das falsche Signal an die internationale Gemeinschaft und die besonders verwundbaren Länder, die auf verlässliche Hilfe angewiesen sind.“

Gemessen an Deutschlands historischer Verantwortung für die Klimakrise, seiner Wirtschaftskraft und dem neuen globalen Finanzierungsziel von mindestens 300 Milliarden US-Dollar jährlich bis 2035 reiche die öffentliche Unterstützung Deutschlands nicht aus. Der WWF fordert deshalb, die öffentlichen Mittel kontinuierlich und verlässlich zu erhöhen, statt sie weiter zu kürzen.

Auch für 2027 klafft eine Lücke

Laut den Vereinten Nationen sind bis 2035 sogar 1,3 Billionen US-Dollar jährlich nötig, um Klimaschutz und Klimaanpassung in den Entwicklungs- und Schwellenländern wirksam voranzutreiben. Im Abschlussdokument der letzten Weltklimakonferenz in Brasilien wird dieses Ziel aufgegriffen.

Neben staatlichen Zuschüssen und Krediten sollen auch private Mittel eine wichtige Säule der künftigen Finanzierung bilden. 300 Milliarden Dollar jährlich bis 2035 gelten dabei als gemeinsames Finanzierungsziel der Industrieländer aus öffentlichen Mitteln, Krediten und mobilisiertem privaten Kapital. Die 1,3 Billionen US-Dollar sollen dann von der Staatengemeinschaft insgesamt, Entwicklungsbanken, privaten Finanzinstituten und Unternehmen kommen. Ausgang offen.

Für die Ziele müssten die Gelder aus dem Haushalt des Bundes eigentlich wachsen. Doch nach 2025 drohen auch für 2026 und 2027 weitere Kürzungen. Im Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 klafft nach einer Projektion der Hilfsorganisation Oxfam eine Lücke von mindestens einer Milliarde Euro, um die Zusage, wenn schon nicht wie versprochen ab 2025, so doch zumindest 2027 einzuhalten… weiterlesen

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