Batteriespeicher günstiger als Gaskraftwerke

Batteriespeicher günstiger als Gaskraftwerke
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Batteriespeicher günstiger als Gaskraftwerke

telepolis.de: Vier-Stunden-Speicher hängen neue Gaskraftwerke bei den Kosten ab. Doch um deutsche Engpässe abzusichern, müssen Speicher noch eine Hürde nehmen.

Wenn der Strombedarf kurzfristig hochschnellte, galten Gasturbinen lange als die günstigste Reserve. Diese Gewissheit ist dahin.

Laut einer Analyse des Beratungsunternehmens Wood Mackenzie liefern Batteriespeicher mit vier Stunden Entladedauer Strom inzwischen in allen 43 untersuchten Märkten billiger als neue offene Gasturbinen (Open-Cycle Gas Turbine, OCGT), die als Spitzenlastkraftwerke einspringen. Ausnahmen gibt es keine.

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Grundlage der am 8. Oktober veröffentlichten Mitteilung von Wood Mackenzie sind die Stromgestehungskosten (Levelized Cost of Electricity, LCOE). Sie verteilen sämtliche Kosten einer Anlage über deren Lebensdauer auf jede gelieferte Megawattstunde.

Principal Analyst Ahmed Jameel Abdullah sieht zwei Entwicklungen, die gegeneinander laufen: „Engpässe bei Gasturbinen und zunehmend schwankende Brennstoffpreise treiben die Kosten für Spitzenlast nach oben, während die wachsende Batteriefertigung die Speicherkosten weiter drückt.“

Vier Stunden sind keine Dunkelflaute

Ob Batterien Gaskraftwerke deshalb ersetzen können, beantwortet die Analyse nicht. Sie vergleicht Kosten für eine Vier-Stunden-Anwendung – ideal, um mittags Solarstrom aufzunehmen und abends abzugeben.

Fehlen im deutschen Winter aber tagelang Wind und Sonne, sind solche Speicher nach wenigen Stunden leer. Einen eigenen Wert für Deutschland nennt Wood Mackenzie nicht, ebenso wenig die Liste der 43 Märkte.

Um genau diese Lücke dreht sich die Kraftwerksstrategie: Das im Juli beschlossene Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG) sieht 2026 Ausschreibungen über rund 9 Gigawatt vor – formal technologieoffen, im Entwurf noch ausschließlich für Gaskraftwerke als selten genutzte Reserve. Ein Gutachten des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) warnt, ein gaslastiger Kurs könne langfristig durch Importe teurer werden.

Die Speicherbranche wächst derweil: Am früheren AKW Grohnde sind Vier-Stunden-Systeme mit 1,47 Gigawatt geplant – mehr als die 1,36 Gigawatt des Atomkraftwerks.Beim Netzbetreiber Mitnetz Strom gingen bis Mitte September über 10.000 Speicheranfragen ein, Branchenkenner sprechen von einem Boom mit Spekulanten: Neun von zehn beantragten Megawatt könnten nie ans Netz gehen, schätzt Eco-Stor-Chef Georg Gallmetzer.

Chinas Fabriken gegen Europas CO2-Preis

Bei Speichern gibt China den Takt vor. Dank eigener Lieferketten und riesiger Stückzahlen liegt der chinesische Richtwert mehr als 55 Prozent unter dem Schnitt des übrigen asiatisch-pazifischen Raums von 134 US-Dollar pro Megawattstunde. Bis 2036 soll dieser Schnitt auf 92 US-Dollar fallen… weiterlesen

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