Fast jeder dritte Neuwagen fährt rein elektrisch
Fast jeder dritte Neuwagen fährt rein elektrisch
spiegel.de: Im August ist der Elektroanteil der neu zugelassenen Pkw erstmals in diesem Jahr über 30 Prozent gestiegen. Auch Plug-in-Hybride sind gefragt – doch die Zweifel an ihrem Nutzen fürs Klima wachsen durch neue Daten.
Der Neuwagenmarkt hat auch im August von weiter steigenden Zahlen bei Elektroautos profitiert. Der Absatz von Elektroautos lag erneut deutlich über den Werten des Vorjahres. Fast 69.000 reine Elektroautos wurden im vergangenen Monat neu in Deutschland zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das waren 75,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damit kamen die reinen Elektroautos (BEV) auf einen Anteil von 32,4 Prozent. Getragen worden sei das Wachstum ausschließlich von Privatpersonen, deren Neuzulassungen um fast 17 Prozent zulegten, so die Behörde. Dagegen sei der für die deutschen Hersteller wichtige Markt für gewerbliche Halter um mehr als fünf Prozent geschrumpft.
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Gründe für die Entwicklung dürften die E-Auto-Prämie des Bundes und die infolge des Irankriegs gestiegenen Spritpreise sein, ebenso wie ein breiteres Angebot neuer Elektromodelle zu niedrigeren Preisen.
Insgesamt kamen im August rund 212.500 Autos neu auf Deutschlands Straßen – und damit 2,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 40,5 Prozent davon entfielen auf private Neuzulassungen, 59,4 Prozent auf gewerbliche Halter.
CO₂-Bilanz von Plug-in-Hybriden wird laut Studie immer schlechter
Unter den deutschen Marken mussten die Marktführer Volkswagen und Audi mit Rückgängen von 14 beziehungsweise 16,5 Prozent im August Dämpfer hinnehmen. Zulegen konnten hingegen Mercedes und BMW. Bei den Importeuren baute Skoda seine Position als stärkste Marke aus. Einen rasanten Zuwachs verzeichnete der chinesische Hersteller von E- und Hybridautos BYD, dessen Zulassungen sich fast verfünffachten. Bei den Fahrzeugtypen blieben SUV mit einem Anteil von 37,6 Prozent das mit Abstand beliebteste Segment.Der größte Anteil der Neuzulassungen entfiel auf Hybridautos, die mit 84.603 Fahrzeugen 39,8 Prozent aller Neuzulassungen ausmachten. Rund 30 Prozent davon waren Plug-in-Hybride, die prinzipiell auch rein elektrisch gefahren werden können. Dies geschieht jedoch offenbar deutlich seltener als in den offiziellen Verbrauchsangaben angenommen. Plug-in-Hybride stoßen im realen Verkehr deutlich mehr CO₂ aus, als von den Herstellern angegeben wird – und die Lücke wächst. Das teilte die Organisation International Council on Clean Transportation (ICCT) am Donnerstag mit. Der ICCT wertete Informationen aus den Bordcomputern von 920.000 Fahrzeugen in der EU aus der Datenbank der Europäischen Umweltagentur aus. Bei Autos, die 2021 zugelassen wurden, sind die realen Emissionen im Schnitt 3,5-mal höher als angegeben. Bei 2023 zugelassenen Wagen stieg die Lücke auf das 4,6-Fache. Demnach fahren diese Autos im Durchschnitt weniger als ein Fünftel der Strecke mit Elektroantrieb, obwohl die elektrische Reichweite neuerer Modelle steigt.
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