Forscher finden Energiequelle in Wüste Australiens

Forscher finden Energiequelle in Wüste Australiens
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Forscher finden Energiequelle in Wüste Australiens

utopia.de: Tief in Westaustraliens Pilbara-Region schlummert möglicherweise eine gewaltige Energiequelle. Forschende haben gezeigt, wie sich aus den dortigen Eisenerzvorkommen natürlicher Wasserstoff erzeugen lässt – und sehen Exportpotenzial für Generationen.

Forschende der Edith Cowan University (ECU) im australischen Perth haben untersucht, wie sich aus den Eisenerzformationen Westaustraliens natürlicher Wasserstoff gewinnen lässt. Im Zentrum steht das Mineral Magnetit, das in der Region Pilbara in enormen Mengen vorkommt.

Wasser trifft Gestein: Wie Wasserstoff entsteht

Wenn Magnetit in großer Tiefe mit heißem Wasser in Berührung kommt, reagiert das im Mineral enthaltene Eisen mit dem Wasser und setzt dabei Wasserstoffgas frei. So weit, so bekannt. Die aktuelle Studie, erschienen im International Journal of Hydrogen Energy, untersuchte jedoch, wie sich die Geometrie des Gesteins auf die Menge an freigesetztem Wasserstoff auswirkt.

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Um die Bedingungen im Untergrund zu simulieren, setzten die Wissenschaftler:innen sowohl Magnetitplatten als auch Magnetitpulver 60 Tage lang Wassertemperaturen von 200 Grad Celsius und hohem Druck aus.

Pulverisiertes Magnetit produzierte in den Experimenten fünfmal mehr Wasserstoff pro Gramm Gestein als ein intakter Gesteinsbrocken. Der Grund: Je mehr frische Mineraloberfläche mit Wasser in Kontakt tritt, desto mehr Wasserstoff entsteht.

Besonders vielversprechend sind daher Gesteinsformationen, in denen das Wasser tief ins Gestein eindringen kann. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Wasserstoffproduktion nicht nur davon abhängt, wie viel Magnetit vorhanden ist, sondern auch davon, wie leicht Wasser über Klüfte, Poren und durchlässige Wege an frische Mineraloberflächen gelangt“, erklärte Professor Stefan Iglauer von der ECU in einer Pressemitteilung der Universität.

Exportpotenzial für Generationen

Für Australien könnte die Entdeckung weitreichende Folgen haben. „Australien könnte auf einer massiven, ungenutzten Energiereserve sitzen – und das Potenzial ist enorm„, sagte der ebenfalls an der Studie beteiligte Professor Alireza Keshavarz. Die Methode könnte so viel Wasserstoff erzeugen, dass Australien davon über Generationen profitieren und möglicherweise zum großen Exporteur sauberer Energie werden könnte, so Keshavarz.

Erstautor Kaveh Moghanirahimi verwies zudem auf die weltweite Bedeutung der westaustralischen Vorkommen: Westaustalien beherberge einige der größten Eisenerzvorkommen der Welt. Gelinge es, diese Ressource im großen Maßstab zu erschließen, könnte das die Energiezukunft grundlegend verändern.

Utopia.de meint: Eine gute Nachricht, trotz offener Fragen

Wasserstoff gilt als einer der wichtigsten Energieträger der Zukunft, doch seine Herstellung ist bislang meist energie- und kostenintensiv. Natürlich entstehender Wasserstoff aus dem Erdinneren könnte ein echter Gamechanger werden, wenn er sich umweltfreundlich und wirtschaftlich erschließen lässt.

Bis zur industriellen Nutzung sind jedoch noch viele Fragen offen: Wie lässt sich die Wasserstoff-Gewinnung in großem Maßstab umsetzen? Wie hoch sind die Förderkosten? Und welche Umweltauswirkungen hat der Eingriff ins Gestein?… weiterlesen

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