Gestörter Wasserkreislauf: Kontinente trocknen aus

Gestörter Wasserkreislauf: Kontinente trocknen aus
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Gestörter Wasserkreislauf: Kontinente trocknen aus

energiezukunft.eu: Sinkende Grundwasserstände, schnell schmelzende Gletscher und zugleich ein steigender Wasserverbrauch: Die Wasserkreisläufe geraten aus der Balance. Auf den Kontinenten nimmt laut Weltwetterorganisation die Menge des verfügbaren Wassers ab.

Der weltweite Wasserkreislauf gerät immer weiter aus dem Gleichgewicht. Extreme Trockenheit und Überflutungen sind die Folgen. Das zeigt der kürzlich veröffentlichte Bericht der World Meteorological Organization (WMO) zum Stand der globalen Wasserressourcen. „Die Gesamtmasse an Wasser, das auf den Kontinenten gespeichert ist, nimmt kontinuierlich ab“, konstatiert Robert Reinecke vom Geographischen Institut der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

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Unter anderem zeige sich das an den Flüssen. Seit 2021 sei die Gesamtwassermenge der Flüsse weltweit kleiner als im Vergleichszeitraum 1991 bis 2020. Das vergangene Jahr gehörte mit zu den trockensten der letzten 35 Jahre. 2025 führten die Flüsse in 36 Prozent der Fläche aller Einzugsgebiete weltweit weniger Wasser als im Vergleichszeitraum.

Niedrigere Grundwasserstände

Die Abnahme des auf den Kontinenten verfügbaren Wassers zeige sich auch an den Grundwasserständen: Diese seien im Jahr 2025 in Bezug auf den Vergleichszeitraum an 65 Prozent aller für den Bericht berücksichtigten Messstationen niedriger gewesen. Ein deutlicher Rückgang sei weiterhin auch bei den Gletschern zu beobachten: Im vergangenen Jahr hätten die Gletscher circa 400 Gigatonnen an Masse eingebüßt. Welche Auswirkungen das haben kann, wurde bei der Flutkatastrophe in Nepal und Tibet vor wenigen Wochen deutlich. Sie war durch einen Gletscherabbruch ausgelöst worden. In Afrika kam es durch Überflutungen nach Starkregen zu zahlreichen Toten. Asien und Afrika machten zusammen mindestens die Hälfte aller dokumentierten wasserbedingten Extremereignisse und mehr als 80 Prozent der gemeldeten Todesfälle in den letzten fünf Jahren aus.

Die Gründe für diese Entwicklungen sieht Reinecke im Klimawandel und im Grundwasserverbrauch durch den Menschen: „Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Wasser aufnehmen, Gletscher schmelzen ab und gleichzeitig nimmt die Verdunstung zu. Und wir Menschen transportieren Unmengen an Grundwasser in die Meere und in die Atmosphäre, indem wir es zum Beispiel zur Bewässerung nutzen.“ Die Kombination von Klimawandel und Grundwasserverbrauch trockne die Kontinente aus. Das Wasser gehe zwar nicht verloren, befinde sich aber verstärkt an Orten im Wasserkreislauf, wo es der Menschheit und vielen Ökosystemen weniger von Nutzen sei.

Der aktuelle WMO-Bericht zu den Weltwasserressourcen umfasst laut Reinecke so viele Daten wie keiner der vorherigen Berichte. Beispielsweise seien erstmalig auch Daten zur Wassertemperatur ausgewertet worden. Demnach seien für 2025 auch deutlich erhöhte Wassertemperaturen verzeichnet, was sowohl für Ökosysteme als auch für die Wasserqualität problematisch sei.

Der Bericht bietet eine umfassende, wissenschaftlich fundierte Bewertung des gesamten Wasserkreislauf, einschließlich Flussabfluss, Grundwasser, Verdunstung, Landwasserspeicherung sowie Befunde zu Schnee und Eis sowie hochwirkungsreicher Ereignisse. Er umfasst das Jahr 2025 und fasst die Ergebnisse der letzten fünf Jahre seit seiner Erstveröffentlichung zusammen.

Sparkonto des Planeten

Einige Teile dieses Zyklus sind schnell – wie Niederschlag und das Abfließen über die Flüsse– sie reagieren innerhalb von Tagen oder Wochen auf das Wetter. Andere Teile des Zyklus, wie Grundwasser, Gletscher und saisonale Schneedecke, sind langsam, sie sammeln sich über Jahreszeiten bis zu Jahrzehnten oder länger ab oder erschöpfen sich. „Traditionell fungieren diese langsamen Reserven als Sparkonto des Planeten: ein Puffer, der schlechte Jahre absorbiert, sodass eine einzelne Dürre oder eine einzige Trockenzeit nicht direkt zu einer Wasserkrise führt“, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo

„Wir erschöpfen dieses Sparkonto“, ergänzt Saulo… weiterlesen

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