Korallenriffe: Keine Zeit für Erholung

Korallenriffe: Keine Zeit für Erholung
zeit.de: Wenn die Wassertemperaturen rechtzeitig nach einer Bleiche sinken, können sich Korallen teilweise regenerieren. Diese Erholungsphasen werden zunehmend kürzer.
Korallenriffe haben zunehmend kürzere Erholungsphasen nach Bleiche-Ereignissen. Mit den Bleiche-Ereignissen geht der Anteil der Hartkorallen zunehmend zurück. Das geht aus einem Bericht Zustand der Korallenriffe der Welt: 2025 des Global Coral Reef Monitoring Network (GCRMN) hervor. Die weltweite Bedeckung mit Hartkorallen ist laut dem Bericht im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1980 bis 2009 bereits um rund 9,5 Prozent gesunken. Korallenriffe hätten früher teilweise jahrzehntelange Erholungsphasen zwischen schweren Bleichereignissen, aktuell blieben oft nur fünf bis sechs Jahre.
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Die Korallenbleiche ist eine Stressreaktion der Steinkoralle bei zu hohen Wassertemperaturen. Dabei verlieren Steinkorallen die Algen, mit denen sie in einer Gemeinschaft zu gegenseitigem Vorteil leben. Ohne die Algen geht ihre typische Färbung verloren und das weiße Kalkskelett der Korallenpolypen wird sichtbar. Eine gebleichte Koralle kann sich nur regenerieren und neue Algen aufnehmen, wenn die Temperaturen rechtzeitig wieder absinken.
Experten fordern verstärkte Maßnahmen
GCRMN ist ein weltweites Netzwerk von Personen aus Wissenschaft, Naturschutz und Organisationen, das seit 1995 wissenschaftliche Daten über den Zustand und die Entwicklung von Korallenriffen erhebt. Für die weltweite Bestandsanalyse wurden mehr als 21 Millionen Beobachtungen von mehr als 36.800 Riff-Standorten in 124 Ländern, Gebieten und Territorien ausgewertet.
Der Erhalt der Riffe erfordert den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zufolge eine deutliche Verringerung der Treibhausgasemissionen sowie Maßnahmen gegen lokale Belastungen wie Überfischung, schlechte Wasserqualität und Küstenbebauung.
Korallenriffe bedecken weniger als 0,2 Prozent des Meeresbodens, bieten aber dem Bericht zufolge Lebensraum für mindestens ein Viertel der im Meer lebenden Arten. Die Ökosysteme sind zudem für Ernährung, Einkommen, Küstenschutz und Tourismus von großer Bedeutung. Haupttreiber weltweiter Massenbleichen ist der Klimawandel.
Aktueller El Niño könnte Erholungsphase zusätzlich verkürzen
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Hartkorallen weiter zurückgehen, wenn die Korallenbleichen weiterhin etwa alle fünf bis sechs Jahre auftreten. Durch das aktuelle Klimaphänomen El Niño könnte die Erholungsphase für viele Riffe, die 2024 von besonders starken Hitzewellen betroffen waren, noch kürzer ausfallen… weiterlesen


