Laudato si-Plattform: Vatikan für mehr Klimaschutz

Laudato si-Plattform: Vatikan für mehr Klimaschutz

domradio.de: Die katholische Kirche will für den Klimaschutz eine Koalition der Nachhaltigkeit schaffen. Sie nennt sich die „Laudato si“-Plattform, benannt nach der Sozial- und Umwelt-Enzyklika von Papst Franziskus. Alle sind eingeladen mitzumachen.

DOMRADIO.DE: Sie haben bei der Ausarbeitung der „Laudato si“-Plattform mitgewirkt. Will der Papst mit dieser Plattform seine Klimaschutzvorhaben aus seiner Enzyklika „Laudato si“ umsetzen?

Anja Appel (Leiterin der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission in Wien): Der Papst selber und auch der Vatikan sind nicht sehr zufrieden mit den mangelnden Fortschritten in der Klimapolitik. Und der Versuch ist jetzt eine weltweite Bewegung zu formieren beziehungsweise auch sichtbar zu machen. Und diese Plattform möchte da ein Gerüst bilden und anbieten.

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DOMRADIO.DE: Mit der Plattform soll eine „kritische Masse“ erreicht werden, die dann Änderungen anstößt und umsetzt. Wer sollte denn diese „kritische Masse“ sein?

Appel: Diese kritische Masse können wir alle bilden. Angelegt ist diese Aktionsplattform auf verschiedene Sektoren. Es können sich Familien verpflichten oder Paaren oder Organisationen oder Schulen, Krankenhäuser, Wirtschaftsunternehmen, also verschiedenste Arten von Orte, wo Menschen zusammenkommen, mit ganz verschiedenen Ansprüchen.

DOMRADIO.DE: Warum denn „kritisch“?

Appel: Kritische Masse bedeutet, dass nicht unbedingt eine Mehrheit in der Gesellschaft nötig ist, wenn man eine Veränderung anstoßen will, sondern man braucht einen bestimmten Anteil. In der Soziologie spricht man da von 25 bis 30 Prozent.

Es gibt bestimmt weltweit schon viele Menschen, die sich „Laudato si“ verbunden fühlen, aber die sich vielleicht nicht verbunden fühlen in der Menge. Die denken, wir sind so Wenige, wir können ja keinen Unterschied machen. Und wenn man aber sieht, wie viele Leute sich engagieren, wenn das sichtbar wird, wenn man sich vernetzen kann, wenn man sich austauschen kann, dann hat man das Gefühl, wir sind viele, wir können etwas bewirken. Damit wird man natürlich auch attraktiv für andere, die sich dem anschließen. Das soll diese kritische Masse sein, sozusagen, der Kipppunkt im besseren Sinne.

DOMRADIO.DE: Beworben wird ja eine „Zusammenarbeit zwischen dem Vatikan, katholischen Organisationen und all den Männern und Frauen guten Willens“. So heißt es da wörtlich. Wie läuft denn die Zusammenarbeit ab, wenn man sich dort anmeldet?

Appel: Es gibt da verschiedene Einteilungen nach Sektoren, wie ich eben gesagt habe, also ob man sich als Familie anmeldet oder als Unternehmen oder als NGO. Und dann bekommt man Materialien zur Verfügung gestellt. Man hat auch Möglichkeiten, sich zu vernetzen mit anderen Akteurinnen und Akteuren…. weiterlesen

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