Weltraummüll: die aktuelle Lage

Weltraummüll: die aktuelle Lage
© ESA/ID&Sense/ONiRiXEL , CC BY-SA 3.0 IGO

Weltraummüll: die aktuelle Lage

Fragmente vergangener Weltraummissionen befinden sich in Erdumlaufbahnen und bedrohen unsere Zukunft im All. Im Laufe der Zeit nimmt die Anzahl, Masse und Verbreitung dieser Trümmerobjekte stetig zu, was das Risiko für funktionierende Satelliten erhöht. Das Space Debris Office der ESA überwacht die Situation permanent und veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht über die aktuelle Lage im Weltraum.

„Explosionen im Orbit tragen am meisten zum derzeitigen Müllproblem im Weltraum bei. Diese werden durch die übrig gebliebene Energie – also Treibstoff und Batterien – in Raumfahrzeugen und Raketen verursacht. Es gibt zwar schon seit Jahren Maßnahmen, die diese Explosionen verhindern sollen, und doch nimmt die Anzahl der Vorfälle nicht ab. Der Trend zu Entsorgungslösungen nach Missionsende verbessert sich, aber eben nur langsam“, erklärt Holger Krag, Leiter des ESA-Programms für Weltraumsicherheit (Space Safety).

Distribution of space debris around Earth pillars
© ESA

Die Anzahl von Trümmerobjekten, ihre Gesamtmasse und die Gesamtfläche, die sie einnehmen, ist seit Beginn des Raumfahrtzeitalters stetig gestiegen. Eine große Anzahl von im Orbit auseinandergebrochenen Raumfahrzeugen und Raketenstufen verstärkt diesen Anstieg zusätzlich. Beim augenblicklichen Stand der Dinge werden Kollisionen zwischen Trümmerteilen und aktiven Satelliten zukünftig die Hauptquelle von neuem Müll sein und Explosionen als Hauptquelle ablösen. (Quelle: ESA)

Terra X Lesch & Co

Das neue Video beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema Weltraumschrott: Man stelle sich die Erde umgeben von 600.000 Gewehrprojektilen und 13.000 Granaten mit Aufschlagszünder vor. Das ist der Weltraumschrott, oder besser gesagt: seine Zerstörungskraft. Die Teilchen bewegen sich mit der sogenannten ersten kosmischen Geschwindigkeit von etwa 28.000 km/h um die Erde – alles, was langsamer fliegt, fällt zur Erde. Die Aufprallgeschwindigkeit auf Satelliten und Raumfahrzeuge kann im ungünstigsten Fall – dem frontalen Zusammenstoß – doppelt so hoch sein. Zum Vergleich: eine Gewehrkugel erreicht typischerweise 3.000 km/h. Zum Glück ist im Weltall viel Platz und gegen kleinere Projektile helfen Panzerungen. Doch mit jedem Jahr kommen aktuell hundert neuer Satelliten dazu, und es droht ein gefährlicher Kipppunkt – das so genannte Kessler-Syndrom. Die „Müllhalde Weltall“ könnte unkontrollierbar werden.

hjo

 

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