2025 soviel Ökostrom wie nie: Ausbau stockt aber

2025 soviel Ökostrom wie nie: Ausbau stockt aber
Bild: Pixabay CC/PublicDomain

2025 soviel Ökostrom wie nie: Ausbau stockt aber

ndr.de: Bis 2030 sollen insgesamt 80 Prozent des produzierten Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien kommen. Daten zeigen, wie der Strommix aktuell aussieht und welche Rolle der importierte Strom spielt.

2025 war ein Rekordjahr für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Mit gut 278 Terawattstunden und einem Anteil von fast 62 Prozent wurde noch nie zuvor so viel Strom nachhaltig produziert, zeigen Daten des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE). Erstmals lieferte Solarenergie mehr Strom als die Braunkohle. Um die politisch festgelegten Ziele zu erreichen, müsste dieser positive Trend weitergeführt werden. Denn: Bis 2030 sollen 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen produziert werden.

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In der Regel ist bereits jetzt mehr als die Hälfte des täglich produzierten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. Am Mittwoch waren es etwa 60,5 Prozent. Das zeigen Zahlen des Fraunhofer ISE. Aus der Windenergie kamen dabei 28,6 Prozent des Stroms und aus der Solarenergie 17,6 Prozent. Fossile Energieträger wie Kohle und Erdgas lieferten insgesamt 39 Prozent des Stroms.

Mehr Solarenergie im Sommer, mehr Windenergie im Winter

Wie sich der Strommix zusammensetzt, ist von Tag zu Tag unterschiedlich, denn die Erzeugung erneuerbarer Energie hängt vom Wetter, der Tageszeit und von der Jahreszeit ab. Das wird deutlich beim Blick auf die Stromproduktion über einen längeren Zeitraum. An den längeren Sommertagen liefert die Solarenergie mehr Strom als im Winter.

Bei der Windenergie wiederum verhält es sich andersherum: Im Winter liefern Windräder viel mehr Strom als im Sommer. An manchen Tagen kommt dann mehr als die Hälfte des produzierten Stroms aus Windenergie.

Stromimporte steigen, weil deutscher Kohlestrom teuer ist

Vermehrt deckten Stromanbieter zuletzt die Nachfrage in Deutschland teilweise durch Stromimporte aus anderen Ländern. In Deutschland gibt es ausreichend Kraftwerke, um die gesamte Nachfrage im Land zu bedienen. Dennoch ist es für Anbieter oft billiger, Strom aus Nachbarländern einzukaufen statt vergleichsweise teure Gas- und Kohlekraftwerke im Inland zu betreiben.

Um zu schätzen, aus welchen Energiequellen dieser Strom kam, haben wir die importierten Strommengen mit dem Strommix des Herkunftslandes in dem jeweiligen Monat verrechnet.

Dabei handelt es sich um einen Schätzwert, da der exportierte Strom nicht notwendigerweise exakt dem durchschnittlichen Strommix entspricht. Auch ist nicht berücksichtigt, dass der importierte Strom aus manchen Ländern möglicherweise zuvor bereits von einem weiteren Land importiert wurde.

Im April war Deutschland Nettoimporteur beim Strom. Insgesamt wurden 35,5 Terawattstunden Strom hier produziert und weitere 0,41 importiert. Der importierte Strom kam vor allem aus Frankreich, Dänemark, der Schweiz und Polen. Davon waren 0,19 Terawattstunden aus erneuerbaren Energiequellen. Das entspricht einem Anteil von 46,3 Prozent. Weitere 12,2 Prozent kamen aus fossilen Energiequellen und 43,9 Prozent aus der Atomkraft.

In den vergangenen zwölf Monaten hat Deutschland mehr Strom importiert als exportiert, im Saldo insgesamt 13,11 Terawattstunden. In den zwölf Monaten zuvor hatte Deutschland mehr Strom importiert als exportiert, im Saldo insgesamt 31,5 Terawattstunden.

Wie hat sich der Strommix in Deutschland seit 2002 verändert?

Der Anteil fossiler Energieträger am in Deutschland produzierten Strom ist seit 2002 stetig gesunken. 2020 war dabei das bisherige Rekordjahr: Im ersten Pandemiejahr kamen rund 35 Prozent des Stroms aus fossilen Quellen und nahm in den Folgejahren wieder leicht zu. 2023 zeigt sich dann wieder eine Trendwende – weniger Strom aus fossilen Quellen und keiner mehr aus der Atomkraft, dafür wieder mehr erneuerbare Energiequellen. Seitdem ist Windkraft die wichtigste Quelle bei der Stromerzeugung und hat damit die Kohle abgelöst… weiterlesen

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