Milliarden für Putin: EU kauft weiter Russen-LNG

Milliarden für Putin: EU kauft weiter Russen-LNG
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Milliarden für Putin: EU kauft weiter Russen-LNG

manager-magazin.de: EU-Milliarden für Kriegstreiber Wladimir Putin: Die EU hat im Jahr 2025 Flüssigerdgas aus Russland im Wert von rund 7,4 Milliarden Euro importiert. Ein vollständiges Importverbot lässt weiter auf sich warten.

Seit Jahren müht sich die Europäische Union darum, die Kriegskassen des Kreml zu mindern. Doch die Sanktionsbemühungen sind bislang mäßig erfolgreich – im Gegenteil hat die EU im vergangenen Jahr 7,4 Milliarden Euro nach Moskau überwiesen, um die Rechnung für importiertes russisches Flüssigerdgas (LNG) zu bezahlen. Laut EU-Statistikbehörde Eurostat sind das zwar 3 Prozent weniger als im Jahr 2024, die Einnahmen für Moskaus Kriegsmaschine bleiben dennoch üppig.

Lesen Sie auch:

Insgesamt hat die EU im Jahr 2025 Flüssigerdgas (LNG) im Wert von rund 46,0 Milliarden Euro aus dem Ausland importiert. Das meiste – für rund 24,2 Milliarden Euro – kam aus den USA.

Warum fließt weiter Gas aus Russland in die EU?

Während die EU für fossile Energieträger wie Öl und Kohle schnell nach der russischen Invasion der Ukraine weitgehende Einfuhrverbote auf den Weg brachte, gab es wegen Abhängigkeiten lange keine Gas-Sanktionen. Der Brennstoff kommt derzeit noch als Flüssigerdgas (LNG) und durch die Pipeline Turkstream aus Russland in die Staatengemeinschaft. Ab 2027 gilt aber ein vollständiges Importverbot für LNG aus Russland. Die Strafmaßnahme ist Teil eines im Oktober beschlossenen Sanktionspakets gegen Moskau.

Zudem trat Anfang des Monats eine neue Verordnung in Kraft, die schrittweise und ab spätestens 1. November 2027 die Einfuhr sämtlicher russischer Gaseinfuhren in die Staatengemeinschaft untersagt. Die Verordnung soll neben einem Importverbot auch für Pipeline-Gas aus Russland ebenso rechtliche Sicherheit schaffen: Während die Sanktionen gegen Moskau alle sechs Monate verlängert werden müssen und Einstimmigkeit unter den Mitgliedstaaten erfordern, gilt sie dauerhaft.

Einfuhrverbot ab 2027 – mit möglichen Ausnahmen

Allerdings enthält die Verordnung eine Art Sicherheitsklausel, falls die Versorgungssicherheit eines oder mehrerer Mitgliedstaaten ernsthaft gefährdet sein sollte. Unter diesen Umständen könnte die EU-Kommission den betroffenen EU-Ländern erlauben, Einfuhrverbote für Gas auszusetzen. Nur wenn ein Mitgliedstaat den Notstand ausruft, sind dann zeitlich begrenzte Lieferungen erlaubt.

Hintergrund für das Einfuhrverbot ist der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Es soll sichergestellt werden, dass sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem soll der vollständige Importstopp es der Rohstoffgroßmacht Russland erschweren, ihren völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine weiter zu finanzieren.

Sind deutsche Unternehmen betroffen?

Ja, das bundeseigene deutsche Energieunternehmen Sefe ist von dem Einfuhrverbot betroffen. Auf Basis eines bestehenden, langfristigen Vertrags importiert es derzeit noch weiter Flüssigerdgas aus Russland in die EU. Das Unternehmen hieß früher Gazprom Germania, war eine Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom und wurde als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der Energiekrise in Deutschland verstaatlicht.

Hat ein Importverbot Folgen für Verbraucher?

Nach früheren Angaben der Europäischen Kommission brauchen sich Verbraucherinnen und Verbraucher keine großen Sorgen machen… weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.