Versorger: Trotz Iran-Krieg kaum höhere Preise

Versorger: Trotz Iran-Krieg kaum höhere Preise
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Versorger: Trotz Iran-Krieg kaum höhere Preise

handelsblatt.com: Derzeit bleiben Kunden von Preissteigerungen wie in der Energiekrise vor vier Jahren verschont, wie Versorger auf der Handelsblatt-Stadtwerke-Tagung erklären. Dank erneuerbarer Energie.

Die Stadtwerke, die einen großen Teil der Strom- und Gaskunden in Deutschland versorgen, können besser mit den Folgen des Irankriegs umgehen als mit der Energiekrise, die auf den Ukrainekrieg folgte.

Auf der Handelsblatt-Tagung „Stadtwerke 2026“ sagte Andreas Gemballa, Chef von Uniper Energy Sales: „Die Preise sind gegenüber 2022 und 2023 noch ganz moderat. Im Moment erwarten wir nicht, dass die Preise weiter hochgehen.“ Der Gasimporteur Uniper beliefert Hunderte Stadtwerke in Deutschland mit Energie.

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Dennoch besteht Handlungsbedarf: „Die Antwort auf den Irankrieg ist, dass wir mehr Unabhängigkeit in unseren Systemen von fremden Ländern brauchen“, sagte Dörte Schulte-Derne, Geschäftsführerin des Würzburger Energieversorgers WVV.

Im fortschreitenden Frühling scheint der Irankrieg ein wenig von seinem Schrecken für die Energiemärkte verloren zu haben. Die Gaspreise sanken zuletzt wieder auf rund 40 Euro pro Megawattstunde – ein Preis, der nicht weit von dem Niveau vor dem Krieg entfernt liegt.

Energieversorgung kosequent klimafreundlich machen

Entsprechend entspannt gibt sich die Bundesregierung, wenn es um die Auswirkungen der Krise geht. Frank Wetzel, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, sagte: „Wir sind vergleichsweise gut diversifiziert. Das bedeutet, es gibt andere Ecken der Welt, die im Augenblick noch stärker betroffen sind als wir.“ Demnach sei es wichtig, den Weg konsequent weiterzugehen und die Energieversorgung klimafreundlicher und resilienter zu machen.

Auf dem Weg zu diesem Ziel ist seit der letzten Energiekrise schon einiges passiert. So hat zum Beispiel der Ausbau der erneuerbaren Energien dazu geführt, dass die Strompreise weniger als zuvor von Gaskraftwerken und damit von den Gaspreisen abhängig sind.

Michael Kellner, Bundestagsabgeordneter und energiepolitischer Sprecher der Grünen, sagte mit Blick auf die Strompreise und den Irankonflikt: „Die erneuerbaren Energien haben uns im März gerettet.“

Preiserhöhungen für Kunden möglich

Allerdings gibt es auch weiterhin Szenarien, in denen die Preissteigerungen der vergangenen Wochen nicht spurlos an den Kunden vorbeigehen würden.

Uniper-Vertreter Gemballa sagte auch: „Sobald sich die geopolitische Lage ändert, werden wir auch Preisbewegungen sehen.“

Zudem haben große Versorger teils schon Preissteigerungen angekündigt, selbst wenn der Krieg im Iran bald enden würde. Filip Thon, CEO von Eon Energie Deutschland, sagt: „Die Preise an den Energiebörsen sind für dieses Jahr beim Gas zeitweise um 75 Prozent und beim Strom um 35 Prozent gestiegen.“

Für das kommende Jahr habe das Unternehmen schon Preisanstiege im Energiegroßhandel um 60 Prozent beim Gas und 20 Prozent beim Strom gesehen… weiterlesen

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