Ganzjährig Blumen: Nachhaltig und klimafreundlich

Ganzjährig Blumen: Nachhaltig und klimafreundlich
Echte Blumen sind ein Kulturgut, ein wichtiger Teil der Beziehungspflege und mit Freude, Dankbarkeit und Festlichkeit verbunden. Der Blumenhandel, der dies möglich macht, ist längst ein globales Geschäft und nutzt klimatische Vorteile ebenso wie perfekt ausgefeilte Logistikkonzepte.

Während wir in Deutschland gerade die ersten warmen Wochen des Frühlings wahrnehmen, ist in Ostafrika ganzjährig Blütezeit. Auf den weitläufigen Blumenfarmen Kenias, Äthiopiens und Tansanias gedeihen Rosen, Nelken, Alstroemerien und viele andere Schnittblumen unter idealen klimatischen Bedingungen. Ihre Ernte, d.h. ihr Schnitt, kann ganzjährig erfolgen – in hoher Qualität und mit minimalem Energieeinsatz. Was nach romantischer Idylle klingt, ist tatsächlich ein Beispiel für global verantwortungsvolles Wirtschaften und nachhaltige Produktion. In den Ländern Ostafrikas herrscht ein ganzjährig gemäßigtes Klima mit konstanten Temperaturen, viel Sonnenlicht und guter Wasserverfügbarkeit. Diese natürlichen Vorteile bieten perfekte Bedingungen für die Kultur von Schnittblumen.
Arbeit und Perspektive für viele Familien
Neben den ökologischen Aspekten hat der Schnittblumenanbau in Ostafrika auch eine starke soziale Komponente. Die dortigen Blumenfarmen gelten als wichtige Arbeitgeber, insbesondere für Frauen. Etwa 65 Prozent der Beschäftigten im Blumensektor sind weiblich – viele von ihnen Alleinerziehende und fast immer Familienversorgerinnen. Durch geregelte Arbeitsverhältnisse und kontinuierliches, sicheres Einkommen entsteht wirtschaftliche Stabilität und soziale Sicherheit: Etwa 200.000 Menschen arbeiten in den Blumenfarmen und können mit ihrem Einkommen vier weitere Personen finanzieren. Das bedeutet, dass rund eine Million Kenianer direkt von der Arbeit in diesen Unternehmen leben. Lokale Weiterbildungsangebote in den Gärtnereien eröffnen außerdem neue Perspektiven für junge Menschen und sind ein nachhaltiger Entwicklungsmotor für ganze Gemeinschaften.
Neutrale Zertifizierungen schreiben klare Standards in Bezug auf faire Löhne, Arbeitsschutz, ökologische Nachhaltigkeit und verantwortlichen Umgang mit Wasser und Boden vor. Zahlreiche Betriebe in Kenia, Tansania und Äthiopien lassen sich nach diesen Systemen auditieren und dokumentieren regelmäßig ihre Fortschritte. So entsteht Transparenz entlang der gesamten Lieferkette – von der Kultur der Pflanzen bis zur Vase der Verbraucher in Europa.
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Sommerblumen aus Kenia
Derzeit entfallen etwa 70 Prozent des Anbaus in Kenia auf Rosen und 30 Prozent auf Sommerblumen. Experten erwarten, dass sich dieses Verhältnis in den kommenden fünf bis zehn Jahren auf 50:50 Prozent weiterentwickeln wird. Auch außergewöhnliche Blumen und Nischenprodukte werden dort häufig angebaut: Scabiosa, Astrantia (Sterndolde), Craspedia (Trommelstöckchen), Nigella (Jungfer im Grünen), Ammi majus (Große Knorpelmöhre), Euphorbia (Wolfsmilch), Bupleurum (Hasenöhrchen), die Floristen sehr gerne in luftigen Sträußen verwenden. Insbesondere im Bereich der Sommerblumen findet bereits in Kenia eine starke Wertschöpfung statt, wobei kleine Erzeuger zusammenarbeiten, um ihre Blumen zu Sträußen binden zu lassen und so nach Europa zu transportieren. Dies schafft wiederum mehr Arbeitsplätze.
Beispiel Marginpar: Partnerschafltich, fair und innovativ
Ein Vorzeigebeispiel für diesen nachhaltigen Ansatz ist die Marginpar Group, ein international agierendes Unternehmen mit Standorten in den Niederlanden, Kenia und Äthiopien. Über 4.000 Menschen arbeiten auf den Blumenfarmen in Ostafrika. Seit 1988 produziert Marginpar dort im gemäßigten Hochlandklima Sommerblumen für den europäischen Markt. Heute gehören insgesamt 16 Blumenfarmen in Kenia, Äthiopien, Simbabwe und Tansania dazu. Marginpar ist bei Floristinnen und Floristen für seine ganzjährige Vielfalt an hochwertigen Sommerblumen bekannt – darunter Clematis, Scabiosa, Eryngium, Astrantia, Polianthes, Gloriosa, Delphinium und Agapanthus. Trotz Luftfracht nach Amsterdam-Schiphol stimmt die Energiebilanz. Vom Flughafen Amsterdam bis zur größten Blumenversteigerung Royal Flora Holland ist es ein Katzensprung und von dort gehen die Sommerblumen an Blumengeschäfte in über 30 Länder. Helena van Achterberg für Marginpar: „Heutzutage interessieren sich Händler, Floristen und Verbraucher für den Hintergrund und wollen auch bei Blumen wissen, woher sie kommen und wie sie produziert werden. Wir verfolgen auf unseren Farmen einen ganzheitlichen Ansatz für nachhaltige Entwicklung, der von den Prinzipien von ESG (Environmental, Social & Governance) geleitet wird und sich positiv auf die gesamte Lieferkette auswirkt.“
Alle eigenen Gärtnereien und Partnergärtnereien arbeiten vollständig FSI-konform (Floriculture Sustainability Initiative). Seit 2012 wird in den Blumenfarmen strategisch auf kontinuierliche Verbesserungsprozesse gesetzt. Ein Schlüsselwort des Managements ist das japanische Kaizen. Helena von Achterberg: „Kaizen hat bei uns eine neue positive Fehlerkultur möglich gemacht. Wir arbeiten ständig an der Verbesserung unserer Abläufe, mit der Folge, dass wir gemeinsam bestmögliche Qualitätsansprüche erfüllen.“ Neben Umwelt- und Sozialstandards legt Marginpar Wert auf innovative Anbaumethoden, geschlossene Wasserkreisläufe und die Förderung von Biodiversität auf den Farmgeländen. Das Unternehmen gilt damit als Vorreiter für nachhaltige Produktion im globalen Blumenhandel.
Ganzjährig frische Blumen in bester Qualität
Ein wesentlicher Vorteil des ostafrikanischen Blumenanbaus ist die zeitliche Flexibilität der Produktion. Während in Mitteleuropa bestimmte Schnittblumen lediglich zwischen Frühling und Herbst verfügbar sind, können sie in Ostafrika ganzjährig kultiviert und exportiert werden. Das ermöglicht globale Liefersicherheit, insbesondere in Phasen hoher Nachfrage, etwa rund um den Valentinstag, Ostern oder Muttertag. Die klimatischen Bedingungen sind für viele Arten ideal: gleichmäßige Lichtintensität, konstante Temperaturen zwischen 18 und 26 °C und sichere Wasserressourcen führen zu exzellenten Blütenqualitäten – kräftige Farben, lange Stiele und hohe Haltbarkeit. Von Floristinnen und Floristen werden diese Eigenschaften sehr geschätzt.
Auch der CO₂-Fußabdruck ist konkurrenzfähig
Entscheidend für die ökologische Bewertung der Produktion in Ostafrika ist die Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette – von der Pflanzung über Ernte, Transport und Vermarktung bis in die Blumengeschäfte. Dank effizienter Logistik und zentraler Vermarktungsstrukturen wie Royal Flora Holland, die weltgrößte Blumenbörse mit über 2.500 organisierten Unternehmen sie bietet, erfolgt der Vertrieb über optimierte Transportwege bis in die europäischen Handelszentren. Das reduziert Emissionen, senkt unnötige Zwischenlagerung und sichert die Frische und Langlebigkeit der Blumen.
GPP


