Regenwald in Cornwall ist eine Schatzkammer

Regenwald in Cornwall ist eine Schatzkammer
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Regenwald in Cornwall ist eine Schatzkammer

zdfheute.de: Der Regenwald in Cornwall ist eine Schatzkammer, von der selbst die meisten Briten noch nie gehört haben. Doch jetzt sorgen Aktivisten für neue Wald-Flächen und mehr Forschung.

Einst waren 20 Prozent der britischen Inseln mit Regenwald bewachsen, jetzt sind es weniger als 1 Prozent, erzählt Merlin Hanbury-Tenison. Und klärt gleich die wichtigste Frage: Wieso Regenwald? Regelmäßiger Regen vom Atlantik verwandelt die Eichenwälder im Westen von Cornwall, Wales und Schottland in einzigartige Lebensräume, erzählt er. Selbst im Winter bleibt es mild. Und auf den knorrigen Ästen der Bäume wachsen bis zu 600 Arten von Pilzen, Moosen, Flechten. Das macht den Regenwald der gemäßigten Breiten aus.

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Merlin Hanbury-Tenison wuchs unter diesen Eichen auf. Ging dann als Soldat nach Afghanistan, überlebte nur knapp die Explosion einer Mine unter seinem Panzer. Danach London: zehn Jahre Stressjob im Finanzwesen. Bis zum Zusammenbruch. „Ich hatte eine posttraumatische Belastungsstörung“, erzählt er. „Aber ich konnte zu diesem Wald zurückkehren, mich zurückziehen und heilen.“

Schon nach 30 Minuten hier sinkt der Cortisolspiegel so stark. Das hält noch zwei Wochen lang an.„
Merlin Hanbury-Tenison

Regenwald jahrhundertelang gerodet

Diese Erfahrung will er jetzt mit anderen Veteranen teilen, die Traumata bewältigen. „In einer Zeit, in der eine Pandemie psychischer Erkrankungen die westliche Welt heimsucht, können diese Regenwälder ein wichtiges Instrument in unserem Kampf gegen dieses Problem sein“, sagt er.

Darüber schreibt er einen Bestseller. Darin steht, dass es weniger Regenwald der gemäßigten Breiten auf der Welt gibt als tropischen, dass das, was die meisten als britische Landschaft bezeichnen würden, Zeugnis jahrhundertelanger Rodungen ist. Dass viele Briten vergaßen, dass ihre Insel mal bewaldet war. Und dass der Mensch den Wald für die Industrie rodete, für Schiffsbau und Schafsweiden.

Engagement für den vergessenen Regenwald

Deshalb hat das Vereinigte Königreich nur noch 14 Prozent Waldfläche und gehört damit zu den Ländern mit dem geringsten Anteil in Europa und hat mit die geringste Biodiversität europaweit.

Es ist wirklich ein Projekt für die Zukunft.
Claire Inglis, Devon Wildlife Trust

Auch auf der Cabilla-Farm von Merlin Hanbury-Tenison wollen sie 100.000 neue Bäume großziehen. Das Ziel: „Rainforest Farming“. Merlins Vater Robin hatte hier jahrzehntelang Ziegen und Rehwild gezüchtet – doch ohne Subventionen ging es nie. Schafszucht erst recht nicht. Merlin will nun Schweine und Rinder im Regenwald halten.

Es ist immer noch bewirtschaftete Farmlandschaft. Aber wir können auch die Artenvielfalt fördern, den Klimawandel abmildern und gesunde Lebensmittel produzieren.„
Merlin Hanbury-Tenison

Der 90-jährige Robin Hanbury-Tenison war selbst Regenwald-Forscher, leitete Expeditionen in die Tropen. Dass er erst später erkannte, dass auf seinem eigenen Farmland ein 4.000 Jahre alter Regenwald der gemäßigten Breiten existiert, sei doch eine irre Geschichte, erzählt er. Jetzt müsse es in Britannien heißen: Rettet den Regenwald…. weiterlesen

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