Fußball für Frieden und Gewaltfreiheit

Fußball für Frieden und Gewaltfreiheit
Foto: Future-Kick-Academy/pressenza

Fußball für Frieden und Gewaltfreiheit

Angesichts der großen Aufmerksamkeit, die derzeit der von der FIFA organisierten Fußball-Weltmeisterschaft gewidmet wird, haben wir bereits in einer früheren Kolumne darauf hingewiesen, dass „ein anderer Fußball möglich und notwendig ist – ein Fußball, der der Begegnung und dem Frieden dient und nicht der Spaltung, Manipulation oder Konfrontation“.

Doch dieser Fußball existiert bereits – überall auf der Welt. In den Stadtvierteln, an den Schulen, an den Universitäten und an all den Orten des Alltags, an denen Millionen Menschen zusammenkommen, um zu spielen und Freude am Sport zu erleben. Im Folgenden stellen wir ein inspirierendes Beispiel vor, das das Motto „Fußball verbindet Menschen“ auf überzeugende Weise verkörpert.

Das Internationale Interuniversitäre Fußballturnier für Frieden und Gewaltfreiheit

In Pakistan ist der Nationalsport nicht Fußball, sondern Cricket – ein Erbe der britischen Kolonialzeit, das jedoch auch Teil des Stolzes und der Identität der Länder ist, die sich – wie Pakistan – von der britischen Herrschaft befreit haben.

Doch wie auch in anderen Ländern hat sich der Fußball weiterentwickelt – nicht nur durch die wachsende Zahl seiner Fans, sondern auch durch immer mehr Kinder, die diesen Sport für sich entdecken.

Gerade diese Verbindung von Sport, Gemeinschaft und Zukunftsperspektiven zeigt sich in einer besonderen Initiative: In Pakistan wird derzeit die zweite Ausgabe des internationalen interuniversitären Fußballturniers für Frieden und Gewaltfreiheit vorbereitet. Mit diesem Turnier soll die Vision einer Zukunft ohne Kriege sowie einer von Harmonie und Verbundenheit zwischen den Völkern geprägten Welt gestärkt werden.

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Das Turnier wird in der letzten Septemberwoche und der ersten Oktoberwoche in Lahore, Pakistan, ausgetragen und fällt zeitlich mit den Aktivitäten zusammen, die im Rahmen des Vierten Weltmarsches für Frieden und Gewaltfreiheit in vielen Städten der Welt geplant sind.

Alternativs Turnier gibt es bereits

Die Veranstaltung wird vom Fußballverband von Punjab, der Future Kick Academy und Selim Khan Soccer koordiniert und vom Humanistischen Weltforum unterstützt.

Die erste Ausgabe dieser Sportveranstaltung fand 2025 in Dhaka, Bangladesch, statt. Pionierländer wie Nepal, Pakistan und Bangladesch als Gastgeber nahmen daran teil.

Seitdem hat dieses Turnier breite Unterstützung erfahren. Es zeigt, dass Fußball Grenzen überwinden kann und Frieden keine Gegner braucht. Im Sinne seiner Friedensbotschaft setzt das Turnier auf Kameradschaft, gegenseitigen Respekt und Begegnung – Werte, die sich in der völligen Abwesenheit von Disziplinarvorfällen widerspiegeln.

Bei dieser neuen Ausgabe soll die Zahl der teilnehmenden Länder und Kontinente erweitert werden, unter anderem durch die Einbeziehung von Kenia, Thailand und Malaysia. Zudem trägt die Initiative zur Stärkung des kürzlich gegründeten „Fußball-für-den-Frieden-Netzwerks“ südasiatischer Universitäten bei.

Dieses Sportmodell setzt auf gemeinschaftliches Erleben und stellt Freundschaft über den reinen Wettbewerb. Zu seinen Hauptmerkmalen gehört eine Reihe von Spielen zwischen allen Mannschaften, bei denen es kein vorzeitiges Ausscheiden gibt. So ist gewährleistet, dass alle Teams bis zum letzten Tag spielen.

Es wird eine gemeinsame Ehrung für alle Delegationen geben, unabhängig von den auf dem Spielfeld erzielten Ergebnissen. Alle Teilnehmenden erhalten Medaillen als Anerkennung für ihren Beitrag. Außerdem werden gemischte Friedensmannschaften gebildet, in denen Jugendliche verschiedener Nationalitäten gemeinsam spielen.

Die Organisation bietet Unternehmen und Institutionen die Möglichkeit, die Initiative als Sponsor:innen zu unterstützen. Sie betont, dass dies eine Gelegenheit darstellt, sich im Bereich sozialer Verantwortung zu engagieren und den interreligiösen Dialog zu fördern.

Zeichen der Gastfreudschaft und der lokalen Kultur

Als Zeichen der großen Gastfreundschaft der lokalen Kultur wird die gastgebende Organisation in Lahore die Kosten für Nahverkehr, Unterkunft, Verpflegung, Auszeichnungen sowie die Sicherheits- und medizinische Versorgung der teilnehmenden Delegationen vollständig übernehmen.

Die internationalen Partner werden ihrerseits die für die Durchführung der Veranstaltung notwendigen Kosten teilen und die Kosten für die Visa der Gäste sowie die Flüge und Transfers vom und zum Flughafen übernehmen.

Die Bedeutung des Turniers reicht jedoch weit über den sportlichen Wettbewerb hinaus. Langfristig verfolgt die Initiative das Ziel, dauerhafte Strukturen für Frieden, Verständigung und Gewaltfreiheit zu schaffen. So wird die „Erklärung von Lahore” die Rektoren der Universitäten dazu auffordern, ein regionales Abkommen über Friedenserziehung zu schließen. Aus jedem Team werden Friedensbotschafter:innen ausgewählt, die in Gewaltfreiheit und Diplomatie geschult werden. Zudem wird in der Gastgeberstadt Lahore ein Grundtraining für benachteiligte Jugendliche angeboten.

Die Anmeldefrist für die Teilnahme endet am 31. Juli 2026. Nach der Bestätigung wird Unterstützung bei der zügigen Bearbeitung von Visa angeboten.

Diese großartige Initiative ist zweifellos ein vorbildliches Beispiel dafür, dass ein anderer Fußball und eine andere Welt möglich sind, wenn Räume der Einheit und Verbundenheit für junge Menschen geschaffen werden – denn sie sind die wahren Gestalter:innen einer zukünftigen Universellen Menschlichen Nation.

Javier Tolcachier

Der Text ist Teil unserer Medienkooperation mit Pressenza. Im Original finden Sie ihn hier.

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