COP 31: Nur Ergebnisse statt Versprechen helfen

COP 31: Nur Ergebnisse statt Versprechen helfen
klimareporter.de: Der kommende Weltklimagipfel kann ein wichtiger Schritt werden, um von klimapolitischen Ankündigungen endlich zur wirksamen Umsetzung zu kommen. Wenn nicht, droht ein weiterer Gipfel, auf dem wissenschaftliche Erkenntnisse anerkannt, politische Konsequenzen aber vertagt werden.
Der Weltklimagipfel COP 31 in Antalya findet zu in einer Zeit statt, in der die internationale Klimapolitik zunehmend von einer Vertrauenskrise geprägt ist. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Risiken des Klimawandels verdichten sich weiter, dennoch bleibt die Umsetzung vieler, bereits beschlossener Klima-Maßnahmen deutlich hinter dem zurück, was erforderlich ist.
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Mit den bisherigen Zusagen und Maßnahmen wird die Weltgemeinschaft ihre Klimaziele verfehlen. Das hat der aktuelle Emissions Gap Report des UN-Umweltprogramms Unep erneut klargemacht.
So gilt eine zeitweilige Überschreitung der 1,5-Grad-Schwelle im kommenden Jahrzehnt als wahrscheinlich. Umso entscheidender ist es, den Temperaturanstieg so weit wie möglich zu begrenzen, Dauer und Ausmaß einer Überschreitung zu minimieren. Es kommt buchstäblich auf jedes Zehntelgrad an. Zugleich müssen wir, um die Voraussetzungen für eine spätere Rückkehr unter die 1,5-Grad-Grenze zu erhalten, vor allem natürliche CO2-Senken schaffen.
Jetzt sind weniger neue medienwirksame politische Schlagzeilen nötig als vielmehr konkrete Fortschritte bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Gerade die COP 31 wird daran zu messen sein, ob die Staatengemeinschaft bereit ist, ihre bisherigen Zusagen glaubwürdig einzulösen. Nicht neue Versprechen, sondern überprüfbare Lieferungen von Ergebnissen werden über Erfolg oder Misserfolg des Gipfels entscheiden.
Zweite „globale Bestandsaufnahme“ in schwierigem Umfeld
Ein erster Maßstab für den Erfolg der COP 31 wird sein, ob die Staaten bereit sind, die aktuelle Klimawissenschaft tatsächlich ins Zentrum ihrer Entscheidungen zu stellen.
Die kategorische Forderung der Pariser „High Ambition Coalition“, sich klar hinter die Wissenschaft zu stellen, ist inzwischen nur noch ein symbolischer Appell angesichts der Schwächung des Klimaabkommens durch den Austritt der USA und der fehlenden Bereitschaft Chinas, hier eine Führungsrolle zu übernehmen.
Die Verhandlungen in Antalya sollen auch den Startschuss geben für die zweite globale Bestandsaufnahme. Dieser second global stocktake soll bis zur COP 33 im Jahr 2028 überprüfen, ob und wie die globalen Ziele des Paris-Abkommens erfüllt werden, konkret bei der Treibhausgas-Minderung, der Klimaanpassung und der Klimafinanzierung.
Die zweite globale Bestandsaufnahme muss sich an den neuesten Erkenntnissen des Weltklimarats im siebenten Berichtszyklus orientieren können, dessen Abschlussbericht dazu um ein Jahr vorgezogen werden müsste.
Allerdings reicht die Verteidigung der Wissenschaft allein nicht aus. Entscheidend ist, ob Regierungen die politischen Konsequenzen aus den wissenschaftlichen Befunden ziehen.
Das heißt insbesondere: Zwar ist anzuerkennen, dass das 1,5-Grad-Ziel zunehmend außer Reichweite gerät, es muss jedoch weiterhin als handlungsleitender Referenzpunkt dienen.
Auf der COP 31 sollte deshalb ein realistischer politischer Rahmen geschaffen werden, der eine begrenzte überkritische Erderwärmung anerkennt, zugleich aber den Pfad zurück zu einer Stabilisierung des Klimasystems beschreibt.
Ohne glaubwürdige Finanzarchitektur droht ein Misserfolg
Wichtigster Verhandlungsstrang in Antalya wird erneut die Klimafinanzierung sein. Das neue globale Ziel, ab 2035 weltweit jährlich 300 Milliarden US-Dollar zur Klimafinanzierung bereitzustellen, stellt einen Fortschritt gegenüber früheren Zusagen dar… weiterlesen


