Binnenmeer: Aralsee fast ausgetrocknet

Binnenmeer: Aralsee fast ausgetrocknet
Foto: sunriseOdyssey/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Am Aralsee spielt sich eine Katastrophe ab

ntv: Was einst ein riesiges Binnenmeer war, ist innerhalb von nur einer Generation fast verschwunden: Der Aralsee gilt als die größte ökologische Katastrophe der Erde. Schon seit mehr als 60 Jahren trocknet der Salzwassersee, der auch Binnenmeer genannt wird, aus. Schon lang ist er in einzelne Teile zerfallen. Die Vereinten Nationen sehen die Region als „Symbol für die Zerstörung des Planeten durch den Menschen“. Allein am westlichen Teil zieht sich das Wasser jährlich um 500 Meter zurück, wie Studien zeigen. 90 Prozent des Sees, wie er sich 1960 zeigte, sind heute verschwunden.

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Nach Angaben des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees trocknet er weiter aus. „Noch fünf bis sieben Jahre – und der Prozess wird unumkehrbar sein“, meint der Chef des Fonds, Wadim Sokolow, in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Zu den großen Wüsten Karakum und Kysylkum in der Region sei in dem ausgetrockneten Becken nun die neue Aralkum hinzugekommen. „Die Gefährlichkeit dieser neuen Wüste besteht darin, dass von dort aus gewaltige Massen an Salz und ultrafeinem Staub in die Atmosphäre geblasen werden“, erklärt Sokolow. Der Wasserbauingenieur beklagt, dass gesundheitliche Probleme bei Menschen wie Nieren- und Leberleiden, Erkrankungen der Herzkreislauf- und Atemwegssysteme, Krebs und Tuberkulose auffällig seien.

Einst hatte der See eine Fläche von rund 69.000 Quadratkilometern – fast so groß wie Bayern. Mit seinen rund 1080 Kubikkilometern (km3) habe das Binnenmeer einst eine klimaregulierende Funktion gehabt. Nur zehn Prozent seien heute noch übrig. Um diesen Stand zu erhalten, sagt Sokolow, seien sieben bis elf Kubikkilometer Wasser pro Jahr nötig. „Wir haben gerade einmal zwei Kubikkilometer, also nicht einmal ein Drittel.“ Ein km3 sind 1000 Milliarden Liter Wasser. Weiterlesen…

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