BMU informiert über Radon-Schutzgebiete

BMU informiert über Radon-Schutzgebiete
Screesnhot: BfS

BMU informiert über Radon-Schutzgebiete

Radioaktive Radonstrahlung: Bundesländer weisen Schutzzonen aus. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth und Dr. Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) kündigten vor der Presse in Berlin an, dass die deutschen Bundesländer nun bis zum Jahresende vorsorgliche Schutzzonen im Land ausweisen. In diesen Gegenden ist laut BfS eine natürliche Strahlung von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft für Radon verstärkt zu erwarten.

Im Rahmen eines Pressegesprächs informierten der Umweltpolitiker und die Wissenschaftlerin über die Wichtigkeit des Schutzes vor dem natürlich vorkommenden radioaktiven Edelgas Radon. „In Radonvorsorgegebieten gelten höhere Anforderungen für den Radonschutz bei Neubauten und Messpflichten an Arbeitsplätzen im Erd- und Kellergeschoss“, heißt es dazu in einer aktuellen Pressemeldung des Umweltministeriums.

Risiko durch Radon-Strahlung oft unterschätzt

„Mit der Ausweisung von Radonvorsorgegebieten durch die Länder können gezielt solche Regionen in den Blick genommen werden, in denen Überschreitungen des Referenzwerts für Radon verstärkt zu erwarten sind und in denen ein größerer Handlungsbedarf besteht“, sagte Flasbarth. Damit werde dann auch das öffentliche Bewusstsein geschärft, das für den Radonschutz wichtig sei. BfS-Präsidentin Inge Paulini unterstrich: „Die gesundheitsschädigende Wirkung von Radon ist wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen. Trotzdem wird das von Radon ausgehende Risiko oft unterschätzt.“

Radon 2 BfS
Radongebiete in Deutschland Grafi: BfS

Das radioaktive Edelgas Radon entsteht laut der Mitteilung des Umweltministeriums vor allem beim Zerfall von natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen im Erdboden. Von dort gelangt es in die Luft und kann eingeatmet werden.

In der Außenluft verdünnt sich Radon allerdings rasch. „Es stellt dort normalerweise kein Problem dar“, schreibt das BMU.. In der Innenraumluft von Gebäuden kann es sich jedoch anreichern. Werde Radon über einen längeren Zeitraum in höheren Konzentrationen eingeatmet, erhöhe sich das Risiko für Lungenkrebs, erklären die Strahlenschützer des Ministeriums.

In Deutschland ist Radon, so die Pressemeldung des BMU, abhängig von der regionalen Geologie sehr unterschiedlich verteilt. Daher regele das Strahlenschutzgesetz, dass die Länder bis zum Jahresende Radonvorsorgegebiete ausweisen, in denen Überschreitungen des gesetzlichen Referenzwerts für Radon verstärkt zu erwarten seien. Das bedeute nicht, dass in den Gebieten in jedem Gebäude der Referenzwert überschritten werde.

Nur Messungen geben Aufschluss über Strahlenbelastung

Auch außerhalb dieser Radonvorsorgegebiete könnten, beschrieben Flasbarth und Pauli, „Überschreitungen des Referenzwerts auftreten“. In einem Radonvorsorgegebiet sei jedoch die Wahrscheinlichkeit höher als im restlichen Bundesgebiet, dass es zu Überschreitungen des Referenzwerts komme.

Ob ein bestimmtes Gebäude von Referenzwertüberschreitungen betroffen sei, könne „nur durch eine Messung festgestellt werden“, betont die Pressemeldung. Radonmessungen seien aber „einfach und kostengünstig durchführbar“. Der Radonmaßnahmenplan beinhalte etwa Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Schutzes vor Radon im Bereich von Neu- und Bestandsbauten, der Forschung zu Radon und der weiteren Verbesserung der Informationsangebote von Bund und Ländern. Zuletzt habe das BMU im Rahmen der Umsetzung des Radonmaßnahmenplans eine Broschüre erarbeitet, welche alle wesentlichen Informationen zum Schutz vor Radon enthält und Hinweise auf weiterführenden Informationen bietet.

red

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