Breite Koalition für besseren Naturschutz

Breite Koalition für besseren Naturschutz
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Breite Koalition für besseren Naturschutz

Im Vorfeld der EU-Parlamentsabstimmung (12. Juli 2023) über das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur haben sich Führungspersönlichkeiten verschiedener Glaubensgemeinschaften in einem eindringlichen Appell an die EU-Parlamentarier zusammengeschlossen, um diese aufzufordern, für das Naturschutzgesetz der EU zu stimmen. Darunter sind Rev. Henrik Grape vom Ökumenischen Rat der Kirchen, Robert Innes von der Diözese in Europa, Laura Morosini von der Laudato Si-Bewegung, Kamran Shezad von der Bahu Trust und Rabbi Jonathan Wittenberg von der New North London Synagogue.

In ihrem Aufruf sagen die Vertreter der Religionsgemeinschaften: „Als Hüter der natürlichen Umwelt haben wir die Verpflichtung, sie für künftige Generationen zu schützen, und die moralische Verpflichtung, die Wiederherstellung des Planeten zu unterstützen. Eine nachhaltige Zukunft für die gesamte Menschheit muss unser Ziel sein und dieser Moment erfordert transformatives Handeln. […]

Schutz aller Lebensformen

Die bevorstehende Abstimmung über das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur stellt eine Gelegenheit dar, Engagement für diese gemeinsame Verantwortung zu demonstrieren“, und nennen es „einen ausschlaggebenden Schritt zum Schutz unseres gemeinsamen Zuhauses und der unzähligen Lebensformen, die hier beherbergt sind.“

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­­Ihr Eingreifen folgt dem von internationalen Konzernen, Wissenschaftlern und Organisationen der Zivilgesellschaft sowie der Unterstützung des Gesetzes durch die EU-Mitgliedstaaten.

Die bevorstehende Plenarabstimmung am 12. Juli ist die letzte Chance für die EU-Parlamentarier,

sich über die Politik zu erheben und mit ihrem Gewissen zu stimmen – für das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur. Der Appell an die Europaabgeordneten, „Einheit, Mut und Zusammenarbeit bei der Unterstützung des Naturschutzgesetzes zu zeigen“, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Gesetz auf heftigen Widerstand seitens der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) und der rechtsextremen Gruppen im Europäischen Parlament stößt.


Bei einer Abstimmung Ende Juni war der führende Umweltausschuss des Parlaments gespalten und lehnte das Gesetz daher offiziell ab, was dazu führte, dass der ursprüngliche Kommissionsvorschlag zur Schlussabstimmung geschickt wurde.

Dies stellt nun eine Chance für die Europaabgeordneten dar, neuerlich abzustimmen und dabei der Wissenschaft und ihrem Gewissen zu folgen und sich so für die Natur, das Klima und die langfristige wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit Europas einzusetzen, indem sie das Gesetz unterstützen.

Über WWF European Policy Office

Die Mission des WWF besteht darin, die Zerstörung der Umwelt und des Planeten zu stoppen und eine Zukunft aufzubauen, in der die Menschen im Einklang mit der Natur leben. Das European Policy Office trägt dazu bei, indem es sich für eine starke EU-Umweltpolitik in den Bereichen nachhaltige Entwicklung, Naturschutz, Klima und Energie, Meeresschutz, nachhaltige Finanzen und Außenpolitik einsetzt.

pm

Hier das komplette Statement:

Liebe Mitglieder des Europäischen Parlaments,

Wir, die kollektive Stimme verschiedener Glaubensrichtungen und Überzeugungen, vereinen uns heute, um Sie zu bitten, mit Rücksicht auf die Krisen zu reagieren, die unser gemeinsames, unschätzbares Zuhause bedrohen.

Am 12. Juli haben Sie die Gelegenheit, das Naturwiederherstellungsgesetz der EU zu unterstützen, dessen Ziel es ist, einen Großteil des Lebens und der Schönheit, die unsere Landschaften verloren haben, wiederherzustellen. Als Hüter der natürlichen Umwelt haben wir die Verpflichtung, sie für zukünftige Generationen zu schützen, und die moralische Pflicht, bei der Wiederherstellung des Planeten mitzuhelfen. Wir müssen uns eine nachhaltige Zukunft für die gesamte Menschheit vorstellen, und dieser Moment erfordert transformatives Handeln. Wir plädieren für gemeinsame Maßnahmen zur Wiederherstellung der Natur auf allen Ebenen. Die bevorstehende Abstimmung über das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur stellt eine Gelegenheit dar, unser Bekenntnis zu dieser gemeinsamen Verantwortung zu demonstrieren.

Alle Entscheidungsträger müssen sich zu einem Kurs bekennen, der den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt sowie den Klimawandel eindämmt und natürliche Systeme wiederherstellt. Dies ist der erste konkrete Schritt zur Umsetzung des sogenannten Globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montral. (Ergänzung: In diesem völkerrechtlichen Vertrag von 2022, auf den sich gemeinsam 195 Länder im Rahmen der UN Biodiversitätskonferenz COP15 geeinigt haben, sind die globalen Ziele und Vorgaben zum Schutz und zur Wiederherstellung der Natur für heute und künftige Generationen festgeschrieben.)

Wir fordern Sie als Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, bei der Unterstützung des Gesetzes zur Wiederherstellung der Natur Einigkeit, Mut und Zusammenarbeit zu zeigen. Wir fordern Regierungen, politische Parteien, Finanzinstitute und Organisationen der Zivilgesellschaft dringend dazu auf, diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

Im Vorfeld der entscheidenden Abstimmung am 12. Juli appellieren wir dringend an Sie, das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur zu unterstützen und so einen entscheidenden Schritt zum Schutz unserer gemeinsamen Heimat und ihrer unzähligen Lebensformen zu unternehmen.

Unterzeichner des Statements:
  • Dr. Arthur Lyon Dahl,President, International Environment Forum
  • Kamran Shezad, Executive Director – Bahu Trust
  • Rev Henrik Grape, Senior Advisor on Care for Creation, Sustainability, and Climate Justice, World Council of Churches
  • New Humanity of the Focolare Movement
  • Jamie Cresswell, Director, Centre for Applied Buddhism
  • Robert Innes, Diocesan Bishop of the Diocese in Europe
  • Filipe Martins, Director of JESC
  • Andrew Copson, President, Humanists International
  • Antonella Visintin, Protestant Federation in Italy
  • Maureen Goodman, Brahma Kumaris UK
  • Erwin Kress, Humanist Association of Germany
  • Jonathan Wittenberg, Rabbi of New North London Synagogue and Senior Rabbi of Masorti Judaism
  • Laura Morosini, Europe Programs Director Laudato Si Movement

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