Elektroschrott: Deutschland verfehlt EU-Sammelquote

Elektroschrott: Deutschland verfehlt EU-Sammelquote
Foto: UBA/mekca/Fotolia

Elektroschrott: Deutschland verfehlt EU-Sammelquote

Knapp daneben ist auch vorbei: Das Umweltbundesamt (UBA) zählt für die im Jahr 2018 in Deutschland gesammlten 853.000 Tonnen Elektroaltgeräte mit 43,1 Prozent das EU-Sammelziel von 45 Prozent „knapp verfehlt“. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) dagegen fordert jetzt eine „Verschärfung der Rücknahmepflicht und mehr Verbraucherinformation“, um das Recycling des E-Schrotts zu verbessern.

„Wenn wir die EU-Vorgaben künftig einhalten wollen, muss die Sammelmenge gegenüber 2018 um mehr als 50 Prozent steigen. Die Rückgabe von Elektroaltgeräten sollte für die Verbraucherinnen und Verbraucher dazu deutlich einfacher werden“, kommentiert UBA-Präsident Dirk Messner das Sammelergebnis. Er ergänzt, sinnvoll sei ein verbrauchernahes Netz mit deutlich mehr Sammel- und Rücknahmestellen als heute.

Als Lösung fordert die DUH, dass Händler mit einer Gesamtverkaufsfläche von bereits 100 Quadratmetern und nicht erst 400 Quadratmetern künftig „zur Rücknahme von Elektrogeräten verpflichtet werden“.

VIele Geräte landen auf illegalen Müllhalden

Falsche Entsorgung der alten Elektrogeräte, darin sind sich die Umweltorganisation und das UBA einig, bedeute sonst schlicht den Verlust wertvoller Rohstoffe. Landen sie im Müll, gehen sie dem Kreislauf der Wirtschaft verloren. „Außerdem können Schwermetalle in die Umwelt gelangen“, warnt das UBA zusätzlich.

Das Verfehlen der Sammelquote habe, sodas UBA, mehrere Ursachen: Besonders groß sei mit fast einer halben Million Tonne die Lücke zwischen den in Verkehr gebrachten Geräten und den gesammelten Altgeräten bei Waschmaschinen, Kühlschränken und anderen Haushaltsgroßgeräten. Bei den gewerblichen Geräten liegt die Lücke bei etwa 240.000 Tonnen und die Sammelquote damit nur bei circa 25 Prozent; hier bestehe allerdings auch keine kostenlose Rücknahmepflicht des Handels oder der Kommunen.

Eine unbekannte Menge an Altgeräten werde, vermuteten die UBA-Experten, beispielsweise über nicht zertifizierte Schrottplätze und illegale Sammler erfasst und fehle somit in den ordnungsgemäßen Sammelmengen. „Und immer noch werden vor allem kleinere Altgeräte falsch im Hausmüll (Restmüll) entsorgt“, heißt es in der Pressemeldung des Umweltamts.

pit

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