Europas nachhaltige Zukunft hängt vom Atlantik ab

Europas nachhaltige Zukunft hängt vom Atlantik ab
Foto: Pixabay CC0

Europas nachhaltige Zukunft hängt vom Zustand des Atlantischen Ozeans und seinen Verbindungen weltweit ab

Der Zustand des Atlantiks beeinflusst den lokalen Meeresspiegelanstieg in Europa. Der massive Verlust an Eismasse in der Antarktis aufgrund des Klimawandels wiederum reicht aus, die Anziehungskraft auf die Ozeane der Erde so zu beeinflussen, dass sie sich in Richtung Norden bewegen und der Meeresspiegel um Europa noch schneller ansteigt. Dies ist nur eines der vielen Ergebnisse der zweijährigen Expertenstudie der EASAC zum Zustand des Nordatlantiks. „Europäische Nationen sind gut beraten, zwischen 2000 und 2100 eine Steigung von einem Meter oder mehr einzuplanen“, sagt Prof. Michael Norton . Die befürchtete Abschwächung des Golfstroms steht nicht unmittelbar bevor. Dennoch halten Wissenschaftler die Gefahr für real und warnen vor ihren verheerenden Folgen.

„Europas Zukunft im atlantischen Raum ist sehr besorgniserregend, aber auch vielversprechend “, sagt der Vorsitzende der Expertengruppe, Prof. Tor Eldevik. „Der Bericht geht sehr klar auf zukünftige Klimarisiken ein, konzentriert sich aber gleichermaßen auf die zukünftigen Vorteile, die wir aus einem besseren Verständnis der Beziehungen zwischen dem Zustand des Atlantiks und den klimatischen Bedingungen in Europa ziehen können, die alles von der Versorgung mit erneuerbarer Energie bis zur Fischerei beeinflussen. ”

Ein Blick auf die neuesten Erkenntnisse über schmelzende Gletscher und Eisschilde in Grönland und der Antarktis zeigt, dass sich der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt. 

„Europäische Nationen wären gut beraten, zwischen 2000 und 2100 einen Anstieg von einem Meter oder mehr zu planen und zukünftige Trends genau zu beobachten, um sich an neue Daten anzupassen“, schließt Prof. Michael Norton. 

Dass die „Atlantic Meridional Overturning Circulation“ (AMOC), die dem Golfstrom umfasst, Wärme von den Subtropen in die Arktis transportiert, Wettermuster prägt und unser Leben auf mehr als einem Kontinent beeinfusst, ist bekannt. Die Studie der EASAC zeigt, dass die Klimaerwärmung zwar eine Abschwächung der AMOC möglich macht, eine periodische Abschwächung und Erholung aber noch keine Trends erkennen lässt, die von den natürlichen Schwankungen getrennt werden können. Also ein „Day AfterTomorrow“ ist nicht in Sicht!

„Wir haben dem Planeten bereits genug Wärme zugeführt, um das Eis weiter schmelzen zu lassen, aber wie schnell es schmilzt, ist entscheidend für unsere Zukunft“, sagt Prof. Tor Eldevik, Vorsitzender der Expertengruppe. „Zukünftige Meeresverschiebungen sind sehr empfindlich auf unseren Erfolg oder Misserfolg beim Stoppen der Erwärmung. Wenn es uns gelingt, die durchschnittliche Erwärmung auf 1,5 °C zu halten, kann die Antarktis mit den derzeitigen Geschwindigkeiten weiter schmelzen. Ein Überschreiten des Ziels des Pariser Abkommens von 2 °C in Richtung 3 °C aber kann dazu führen, dass allein die Antarktis bis 2100 um 0,5 cm pro Jahr abschmilzt.“

Daher sehen die Wissenschaftler nur eine Lösung: Emissionen zu reduzieren und die Kohlenstoffaufnahme der Wälder und anderer Kohlenstoffsenken der Welt zu schützen und zu erhöhen, Kohlenstoffarme Energietechnologien zu unterstützen, um damit den CO2-Gehalt zu reduzieren – ein weiterer Grund, erneuerbare Energien aus Wind und Sonne gegenüber Biomasse vorzuziehen, da die der Atmosphäre weiterhin CO2 zufügt. (Quelle: EASAC)

EASAC: A sea of change: Europe’s future in the Atlantic realm

Über den Wissenschaftlichen Beirat der Europäischen Akademien (EASAC)
EASAC wird von den nationalen Wissenschaftsakademien der EU-Mitgliedstaaten, Norwegens, der Schweiz und des Vereinigten Königreichs gebildet, um bei der Beratung europäischer politischer Entscheidungsträger zusammenzuarbeiten. EASAC bietet die Möglichkeit, der kollektiven Stimme der europäischen Wissenschaft Gehör zu verschaffen. Über EASAC arbeiten die Akademien zusammen, um unabhängige, sachkundige und evidenzbasierte Beratung zu den wissenschaftlichen Aspekten der europäischen Politik für diejenigen bereitzustellen, die die Politik innerhalb der europäischen Institutionen gestalten oder beeinflussen.

hjo

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