Gärtnern trotz Klimawandel

Gärtnern trotz Klimawandel
Foto: Fryd

Gärtnern trotz Klimawandel

Florian Hassler Foto: Fryd

Digital Gärtnern und Informationen gegen den Klimawandel sammeln: Das wollen die Plattform Fryd und die Community von Gärtnerinnen und Gärtnern. Sie informieren sich gegenseitig über Aussaatzeitenoder wie sie den durchs wärmer werdende Wetter verschobenen Wachstumszeiten begegnen (können) – denn fixe Tabellen sind in Zeiten des Klimawandels eher unbrauchbarer geworden. Zur Aktion beantwortet Fryd-Gründer Florian Hassler Fragen von globalmagazin.

Wie genau verändert der Klimawandel das Gärtnern?

Florian Hassler: Der Klimawandel zeigt sich in den Gärten längst konkret: Vegetationsphasen verschieben sich, Saat- und Pflanzfenster passen nicht mehr, Wärmephasen treffen auf Spätfröste, Trockenheit wechselt mit Starkregen, und auch der Schädlingsdruck verschiebt sich. Selbst innerhalb einer Stadt unterscheiden sich Mikroklimata stark. Für viele Gärtnerinnen und Gärtner fühlt sich das Gärtnern deshalb wie Rätselraten an, weil die klassischen Pflanzkalender nicht mehr zuverlässig sind. Die Folgen sind spürbar: Pflanzen wachsen nicht optimal, Ernten fallen schlechter aus und vieles muss spontan angepasst werden.

Genau hier setzt das Fryd Lab an: Wir sammeln alltägliche Beobachtungen aus Gärten, um daraus regionale, praxisnahe Tipps zu entwickeln, die Gärten klimaresilienter machen.

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Gärtnern klimaresilient machen: Woran zum Beispiel denken Sie dabei?

Klimaresilientes Gärtnern bedeutet, Böden zu stärken, Vielfalt zu fördern und die lokalen Bedingungen genau zu verstehen. Praktisch heißt das zum Beispiel: humusaufbauende Bodenpflege, Mischkulturen, Beschattung, Regenwassernutzung oder standortangepasste Sorten. Entscheidend ist auch, zu wissen, wann man etwas sät oder pflanzt. Mit Fryd Lab sammeln wir Beobachtungen aus echten Gärten, um daraus regionale Empfehlungen für die nächste Saison abzuleiten – damit jede und jeder besser auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren kann.

Sie setzen auf die Kraft der Community: Warum kann das besser sein, als Ihren Kunden einfach Tipps zu geben?

Weil Wissen aus der Praxis oft viel wertvoller ist als allgemeine Empfehlungen. Jede Gärtnerin und jeder Gärtner erlebt andere Bedingungen – selbst innerhalb einer Stadt. Wenn wir diese Beobachtungen zusammenbringen, entsteht ein deutlich genaueres Bild als jede einzelne Empfehlung liefern könnte. Außerdem macht es einen Unterschied, aktiv teilzunehmen: Die Community gestaltet das Experiment selbst mit, teilt Erfahrungen und lernt voneinander. Das macht die Tipps relevanter und nachhaltiger.

Wie groß ist die Gartenbau-„Szene“ in Deutschland und kann sie dem

Klimawandel wirklich etwas entgegensetzen? Mindestens 15 Millionen in Deutschland gärtnern regelmäßig – das ist ein enormes Potenzial. Jede Fläche, jeder Balkon, jedes Hochbeet kann einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leisten: durch Bodenaufbau, Wasserrückhalt, Biodiversität. Mit Fryd wollen wir Gärtnern mit dem Klimawandel gemeinsam möglich machen – nicht alleine, sondern zusammen und vernetzt mit einer Community aus tausenden Gärtnerinnen und Gärtner. Wenn viele Menschen ihr Wissen teilen, Beobachtungen dokumentieren und voneinander lernen, entsteht echte Veränderung, die über den eigenen Garten hinauswirkt.

pit

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