Globale Energiewende: Eine Welt unter Strom

Globale Energiewende: Eine Welt unter Strom
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Globale Energiewende: Eine Welt unter Strom

klimareporter.de: Alle Menschen weltweit sollen 2030 Zugang zur Solarenergie haben, fordert ein internationaler Aufruf an die Zivilgesellschaft. Die Technik dafür ist vorhanden, sagt der deutsche Solarforscher Eicke Weber.

„War and warming“ – Krieg und Erderwärmung: Diese beiden Menschheitskrisen nennen prominente Klimaschützer als Begründung für ihren Appell zum weltweiten Solar-Aufbruch.

Das Ziel: Saubere Energie soll die Erderwärmung bremsen und zugleich helfen, die Konflikte um fossile Rohstoffe zu beenden. Dafür müsse die Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas überwunden werden. 

Den offenen Brief unterstützen unter anderen die frühere UN-Klimachefin Christiana Figueres, die kanadische Ex-Umweltministerin Catherine McKenna, der US-Klimaaktivist Bill McKibben, die US-Schauspielerin Jane Fonda und der bekannte linke US-Senator Bernie Sanders.

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Ihr Argument: Der Iran-Konflikt und die Klimakatastrophe seien verbundene Krisen: Das Öl, um das Regierungen kämpfen, verursacht auch die Erderwärmung. Ohne das Ende dieser Abhängigkeit ließen sich weder die Klimakrise bewältigen noch die endlosen „ölgetränkten Kriege“ stoppen, heißt es im Appell.Welt mit „billiger, sauberer Energie“Die Antwort sei eine Welt mit „billiger, sauberer Energie“. Bis 2030 sollen alle Menschen Zugang dazu haben. Im Zentrum steht Solarstrom.

Die Initiatoren schlagen zwei Schritte vor: Spenden sollen Solarprojekte für Menschen in Entwicklungsländern ermöglichen, die bisher keine verlässliche Stromversorgung haben. Als konkreten Partner nennt die Kampagne die international tätige US-Hilfsorganisation Givepower.Zugleich soll eine Bewegung politischen Druck für den Energieumbau machen. „Individuelle Schritte allein reichen nicht“, heißt es in dem Appell. Neue Kohle-, Öl- und Gasprojekte müssten durch saubere Energiesysteme ersetzt werden.

Solarboom kann Fossile noch nicht verdrängen 

McKenna räumte gegenüber der Deutschen Welle ein, das Ziel des Appells sei ehrgeizig. Solarenergie entwickle sich aber schon jetzt schneller als erwartet. „Irrational ist es, den Weg der fossilen Brennstoffe weiterzugehen“, sagte sie.Die frühere Ministerin fordert, dass Regierungen, Weltbank, Afrikanische Entwicklungsbank und Privatwirtschaft gemeinsam Geld mobilisieren.Laut Internationaler Energieagentur IEA und weiteren Organisationen lebten 2024 weltweit 655 Millionen Menschen ohne Zugang zu Strom, davon mehr als 560 Millionen in Afrika südlich der Sahara. Dort müsste sich das Tempo der Elektrifizierung deutlich erhöhen, um bis 2030 alle zu erreichen.

Rund zwei Milliarden der gut acht Milliarden Menschen weltweit kochen zudem mit gesundheitsschädlichen Brennstoffen und Techniken. Kleine Solaranlagen und lokale Stromnetze zählen laut IEA zu den kostengünstigen Wegen, die Versorgungslücke zu schließen.

Appell-Mitinitiator McKibben verweist auf das inzwischen enorme Ausbautempo: „Solarmodule werden schneller installiert, als irgendeine Energiequelle jemals zuvor gewachsen ist“, schrieb er unlängst im britischen Guardian.

Tatsächlich stieg die weltweite Solarstromproduktion allein 2025 laut dem Thinktank Ember um 30 Prozent auf 2.778 Milliarden Kilowattstunden. Allein die zusätzliche Solarenergie deckte drei Viertel des weltweiten Zuwachses beim Strombedarf. Erneuerbare lieferten 34 Prozent der globalen Stromerzeugung und überholten damit erstmals die Kohle, die auf 33 Prozent kam.

Die Stromerzeugung aus Kohle, Gas und Öl sank allerdings nur um 0,2 Prozent. Für sinkende Emissionen im nötigen Tempo muss die saubere Energie bestehende fossile Erzeugung verdrängen. Und auch Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie müssen auf sauberen Strom umsteigen.

Photovoltaik, Batterien und Elektrolyseure

Der renommierte Solarforscher Eicke Weber, früherer Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg, hält eine Beschleunigung für machbar. Die Technologien, um die Photovoltaik schnell hochzufahren, seien vorhanden.

Module und Speicherbatterien seien sehr günstig geworden. Zudem habe die Solarindustrie, deren Schwerpunkt in China liegt, ungenutzte Kapazitäten. Auf neue Entwicklungen und Forschungsergebnisse müsse die Welt deshalb nicht warten… weiterlesen

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