Klimawandel: Warum Algen gut fürs Klima sind

Klimawandel: Warum Algen gut fürs Klima sind
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Klimawandel: Warum Algen gut fürs Klima sind

deutschlandfunk.de: Algen werden zunehmend als nützlicher Rohstoff wahrgenommen. Sie stecken bereits in Nahrungsmitteln und könnten künftig Plastik ersetzen oder als Kraftstoff verwendet werden. Außerdem speichern sie CO2 und schützen dadurch das Klima.

Algen sind längst kein Nischenprodukt mehr: Ob in Zahnpasta, Cremes, Pudding oder Tierfutter – Algen stecken mittlerweile in vielen alltäglichen Dingen. In Asien werden jährlich große Mengen gezüchtet, allein China kommt auf 22 Millionen Tonnen, Indonesien auf neun Millionen. Europa hinkt in der Produktion von Algen hinterher. Dabei könnten Algen ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Wirtschaft von morgen werden.

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Algen sind zunächst einmal Pflanzen, die Fotosynthese betreiben, um zu wachsen. Dazu benötigen sie Kohlenstoffdioxid, also CO2, Sonnenlicht und Wasser. Sie speichern das CO2 und setzen Sauerstoff frei. 

Da Algen alle Nährstoffe, die sie benötigen, im Wasser vorfinden, müssen sie nicht gedüngt werden. Werden sie beispielsweise in der Fischzucht eingesetzt, reinigen sie das Wasser auf natürliche Art. Je nach Sorte wachsen Algen sehr schnell. Die Braunalge erreicht in wenigen Monaten eine Länge von mehreren Metern.   

Algen in Lebensmitteln und als Energieträger

Schon heute werden Algen in der Lebensmittelindustrie verarbeitet. Sie dienen als Thunfischersatz, werden Tierfutter beigemischt und bilden den Rohstoff für Karrageen. Dieser Zusatzstoff wird in der Lebensmittelproduktion als Verdickungsmittel eingesetzt und ist in Soßen oder Speiseeis enthalten.

Außerdem können Garn und biologisch abbaubares Plastik aus Algen hergestellt werden. Bislang geschieht dies aber nicht im großen Stil. Der Meeresbiologe David Aldridge vom norwegischen Forschungsinstitut SINTEF meint, dass Algen in Zukunft auch zu Biokraftstoffen verarbeitet werden könnten. Dafür müssten in Europa aber sehr viel mehr Algen produziert werden.

In Europa gilt Norwegen als Pionier in der Algenzucht. Doch auch die übrigen Länder sind gefordert. Die EU-Kommission hat im Jahr 2022 eine eigene Algenstrategie verabschiedet mit dem Ziel, einen nachhaltigen europäischen Algensektor aufzubauen. Erreichen will sie das unter anderem mit gemeinsamen Qualitätsstandards und schnelleren Genehmigungsverfahren für Algenfarmen in EU-Ländern.   

Algenzucht: Europa steht erst am Anfang

Zurzeit werden in Europa, vor allem in Norwegen, Frankreich und Irland, rund 290.000 Tonnen Algen produziert. Damit erreicht Europa anteilig nicht mal ein Prozent der weltweiten Produktion. Erst seit rund 15 Jahren werden Algen in Europa – vor allem in Norwegen – kultiviert. Bei der dortigen Leinenzucht werden Seile mit winzigen Algen ins Meerwasser gelassen und nach mehreren Monaten wieder herausgezogen. Entwickelt wurde die Methode in den 1960er-Jahren mit Rotalgen auf den Philippinen. 

Was zunächst einfach klingt, erfordert viel Fachwissen. „Sobald sich die Algen entwickelt haben und sie an einem Seil im Wasser hängen, wachsen sie auf jeden Fall. Aber die Qualität der Samen zu kontrollieren und die nötige Menge zu bestimmen, dafür braucht es Zeit und Wissen“, erklärt Ana Borrero. Sie leitet die Forschungsabteilung des norwegischen Unternehmens Seaweed Solutions, das sich auf die Kultivierung von Algen spezialisiert hat.

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