Manche Kipppunkte arbeiten für das Klima

Manche Kipppunkte arbeiten für das Klima
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Manche Kipppunkte arbeiten für das Klima

tagesspiegel.de: Ein neuer Bericht stimmt unseren Kolumnisten optimistisch. Demnach könnte Klima- und Umweltschutz bald unaufhaltsam erfolgreich werden – man darf ihn aber nicht künstlich bremsen.

Die Klima- und Naturkrise sei nicht zu bewältigen: Mit diesem kräftezehrenden und beängstigenden Mythos räumt nun ein Bericht auf. „Positive Tipping Points“ von der britischen Universität Exeter nennt 51 Lösungsfelder, deren Förderung eine Kaskade an positiven Entwicklungen auslösen können.

Wenn von Kipppunkten die Rede ist, sind unumkehrbare Prozesse gemeint. Meist wird dann über die schmelzenden Eisschilde, schwindenden Tropenwälder, tauenden Permafrostböden, sterbenden Korallenriffe oder steigenden Meeresspiegel berichtet.

Doch das System kann auch in eine positive Richtung kippen, zeigt die Auftragsarbeit für den „Earthshot Prize“, eine von Prinz William ins Leben gerufene Initiative. Man muss sie nur gezielt anstoßen, dann nehmen die Dinge von selbst ihren Lauf. Jason Knauf, CEO der Organisation, spricht von einem „exponentiellen Fortschritt für unseren Planeten“, zu denen entsprechende Maßnahmen bis 2030 führen könnten.

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Auf fünf „Earthshots“ müsse man hinarbeiten: Schutz und Wiederherstellung der Natur, saubere Luft, Belebung der Ozeane, Aufbau einer abfallfreien Welt und Rettung des Klimas. Der Name dieser Ziele ist angelehnt an das „Moonshot“-Programm, das die Amerikaner einst auf den Mond brachte.

Erneuerbare Energien sind Zugpferd

Ein Beispiel ist erneuerbare Energie, die als Katalysator für den Wandel fungiert. Sie wird immer billiger und ermöglicht Elektromobilität, Wärmepumpen, saubere Industrie und sauberes Kochen. Dieser Wandel sei der Hebel mit der größten Wirkung für alle fünf Earthshots.

Prognosen zufolge wird allein die Solarenergie in der EU die Emissionen bis 2030 um jährlich 154 Millionen Tonnen senken. Das entspricht den gesamten Treibhausgasemissionen der Niederlande, schreibt Euronews.

Die Engpässe sind heute nicht mehr die Kosten. Vielmehr bremsen der langsame Netzausbau, langwierige Genehmigungsverfahren und Investitionslücken, insbesondere im Globalen Süden. Sie gilt es zu stopfen, um den Prozess nicht unnötig zu bremsen.

Weitere Vorteile beschleunigen die Entwicklung: mehr Versorgungssicherheit für Haushalte und Industrie, da sie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen abbauen. Deren Preis erleben wir gerade wieder an den Tankstellen. Außerdem sinken Gesundheitsrisiken, die mit Treibhausgasen und Emissionen aus dem Verkehr verbunden sind.

Staatliches Handeln als Bremse

Umso wichtiger ist also jeder Schritt weg von den fossilen Brennstoffen! Doch es lassen sich viele weitere Beispiele aus dem 160 Seiten umfassenden Bericht anführen – vom Umgang mit Wäldern, Meeren oder Abfall.

Ich hoffe, dass die Verhandlungsdelegationen auf den baldigen Weltnatur– und Weltklimakonferenzen diesen Bericht lesen und nutzen. Ich wünsche mir, dass er viele Menschen inspiriert, Schritt für Schritt mutig gemeinsam voranzugehen… weiterlesen

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