Mehr Vielfalt in Weinbergen

Mehr Vielfalt in Weinbergen
Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Couleur

Mehr Vielfalt in Weinbergen

Deutschlands Weinberge sollen bunter und vielfältiger werden. Noch ist die Arten- und Strukturvielfalt dort oftmals gering. Im Bundesprogramm Biologische Vielfalt ist deshalb jetzt ein Projekt gestartet, das bundesweit Weinbaubetriebe dabei unterstützt, die Biodiversität in der Reblandschaft zu fördern.

Dazu haben sich der Verband für nachhaltigen Weinbau Fair and Green e.V. und die Hochschule Geisenheim zusammengeschlossen. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert das Projekt „AMBITO – Entwicklung und Anwendung eines modularen Biodiversitäts-Toolkits für den Weinbau in Deutschland“ mit Mitteln des Bundesumweltministeriums über sechs Jahre mit insgesamt rund 4,4 Mio. Euro.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „In Deutschland werden auf über 100.000 Hektar Weinreben angebaut, Weinberge sind eine wertvolle und unverzichtbare Kulturlandschaft. Immer mehr Winzerinnen und Winzer haben erkannt, dass die Artenvielfalt auf ihren Flächen stark zurückgeht, und sind bereit, mehr für die biologische Vielfalt zu tun. Mit diesem Projekt wollen wir sie dabei unterstützen und gemeinsam ganz praxisnah Maßnahmen entwickeln und erproben, wie wir Pflanzen, Insekten, Reptilien und Vögel gezielt schützen und fördern können – nicht nur in den Weinbergen, sondern auch in den angrenzenden Flächen und im direkten Umfeld der Weinbaubetriebe. Denn Landwirtschaft und Weinbau sind enorm wichtige Partner für den Schutz der Biodiversität.“

Schwindender Artenvielfalt entgegenwirken
Foto: M. Diestelrath/Pixabay CC/PublicDomain

BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel: „Die beteiligten Modellbetriebe werden zeigen, dass es sich in vielerlei Hinsicht lohnt, etwas für die biologische Vielfalt zu tun. AMBITO besticht vor allem durch seine hohe Praxisnähe und die fundierte wissenschaftliche Begleitforschung. Auf diese Weise lassen sich gezielt Maßnahmen entwickeln, die die Mehrheit der Betriebe dann auch realistisch umsetzen kann. Dabei wird genau geprüft, welche der Maßnahmen die größte Wirkung erzielen und wie die Förderinstrumente der Länder und des Bundes anzupassen sind.“
Bislang fehlt es Winzerinnen und Winzern an Maßnahmen, die so zu ihrem Betrieb passen, dass sie leicht umsetzbar sind und gleichzeitig gezielt der schwindenden Artenvielfalt entgegenwirken. Außerdem mangelt es an Beratungsangeboten und passgenauen Förderprogrammen. Hier setzt das Projekt AMBITO an: Fair and Green berät im ersten Schritt bundesweit 30 Modellbetriebe, wie sie die Artenvielfalt nicht nur in den Rebflächen, sondern auch auf den Betriebsflächen und Nachbarflächen fördern können. Dabei werden zunächst bekannte Maßnahmen umgesetzt, die im Laufe des Projektes für die einzelnen Betriebe optimiert werden. Beispielsweise wird die Zusammensetzung einer gängigen Saatgutmischung für die Begrünung von Rebgassen so verändert, dass sie zum Bewirtschaftungsmanagement des Betriebes passt und damit die Artenvielfalt nachhaltig fördert.

Forschung in zwölf Versuchsweinbergen

Währenddessen läuft in den Weinbauregionen Rheingau, Rheinhessen und Nahe die ökologische Begleitforschung der Hochschule Geisenheim in zwölf Versuchsweinbergen, um praxisnahe Lösungen für Nutzungskonflikte in der Biodiversitätsförderung im Weinbau zu entwickeln. Dabei steht insbesondere ein naturverträglicheres Bewirtschaftungsmanagement im Fokus. Die Begleitforschung beschäftigt sich auch mit sozioökonomischen Aspekten, etwa mit der Frage, wie die Förderung der Biodiversität für die Vermarktung genutzt werden kann. Die Ergebnisse der Begleitforschung fließen ebenso wie die Erfahrungen aus den Modellbetrieben in die Entwicklung eines digitalen Toolkits ein. Dieses soll Weinbaubetrieben zukünftig eine Auswahl an Maßnahmenvorschlägen zur Förderung der Biodiversität bieten.
Angesprochen werden Weinbaubetriebe in allen Weinbauregionen Deutschlands: sowohl selbstvermarktende Weingüter, aber auch Weinbaubetriebe in Genossenschaften und Kellereien. Durch Leuchtturmbetriebe in jeder Region sowie durch regionale Biodiversitätsforen werden im Projekt weitere interessierte Betriebe zum Mitwirken eingeladen.

RED

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