Nachhaltigkeit im „Urlaub“ perfektionieren

Nachhaltigkeit im „Urlaub“ perfektionieren
Urlaub und Arbeit: Bei den Treffen, die Dr. Miklos Banhidi seit Jahren regelmäßig in Thailand organisiert, verschmelzen diese beiden sonst oft als Gegensätze wahrgenommenen Sphären – sie sind keine Pole; hier bilden sie eine echte Einheit. Freizeit und Fortbildung harmonisieren, wenn Banhidi den Teilnehmern der Workshops in den zwei Wochen gelungene Beispiele präsentiert, wie eine kleine Kommune an der Küste des Indischen Ozeans Nachhaltigkeit lebt und Projekte in der Landwirtschaft sowie im Tourismus vorlebt. In Kaoh Kalok hat der ungarische Pädagoge und Freizeitforscher mit seinem Faible für Nachhaltigkeit inzwischen ein verzweigtes Netzwerk zu Kommunalpolitikern und Einwohnern geknüpft. Gemeinsam zeigen sie, wie sie die Theorie nachhaltiger Projekte in der Praxis umsetzen und Interessierten nahebringen.

Freizeit mit wissenschaftlichem Anspruch
Arbeiten im Urlaub ist für die Teilnehmer Ehrensache. Die meist jungen Akademiker, die gemeinsam miteinigen Experten aus dem Kontaktnetz Banhidis zu Kollegen aus aller Welt und zur World Leisure Organization, deren Youth Ambassador er lange Jahre war, an seinen Seminaren mitwirken, sind keineswegs nur dabei, weil sie sich mit weiterer Theorie füttern lassen wollen.

Sie packen an. Zu den regelmäßigen Aktivitäten während der Workshops gehören Aktionen, in denen sie zusammen mit Dorfbewohnern die Strände säubern. Sie lernen nicht nur, wie Kokospalmen gedeihen und wie die Bauern deren Früchte ernten. Sie erfahren auch, wie die Menschen die Kokosnüsse verarbeiten und ihre „Milch“ zu Getränken aufbereitet.
Das ist Lernen mit Freude – und unter Freunden. Spaß gehört dazu, schließlich sind alle freiwillig dabei. Deshalb gehört zum Tourismus-Projekt auch etwa eine Rafting-Tour über Stromschnellen oder Sightseeing in Bangkok. Was allerdings kaum ein Tourist sonst erlebt, wird bei Banhidis Projekt möglich: ein Einsatz zum Käfig-Schrubben bei Tigern und Bären in einer Wildtier-Auffangstation im Dschungel des tropischen Lands. Die Teilnehmer lernen, wie die Station Tierschutz praktiziert, indem sie kranke und alte Tiere versorgt. Zum Dank misten die Urlauber um den ungarischen Professor anschließend Gehege aus. „Wir wollen die Menschen vor Ort ja aktiv unterstützen“, sagt Banhidi von der Universität im ungarischen Györ.
Konferenz mit Experten

Ganz ohne akademische Pflicht kommt aber auch Banhidi bei seinem Projekt nicht aus. Drei Tage lang geht es an die Universität in Bangkok. Dort lädt er zu einem Kongress über Nachhaltigkeit im Tourismus. Einige der dort Vortragenden sind Teil der Teilnehmer, andere schalten sich für die Dauer des Workshops für einige Stunden via Zoom online zu, präsentieren ihre Projekte aus der ganzen Welt, beantworten Fragen, diskutieren mit den Teilnehmern des Seminars. „Wir sind ja nicht ausschließlich nur zum Vergnügen in Thailand“, erläutert Banhidi, „wir wollen ja auch Wissen vermitteln.“ Das übernehmen dann seine Uni-Kolleginnen und -kollegen aus Bali, aus Südafrika oder aus Ecuador – allesamt Experten ihres Fachs. So bekomme die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an Banhidis Urlaubsreise Fachwissen aus erster Hand serviert.in Thailand
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