Ozean-Anleihen: Investieren ins Blaue

Ozean-Anleihen: Investieren ins Blaue
manager-magazin.de: Nachhaltige Geldanlagen mit Fokus auf Meeresschutz könnten jährlich 2,5 Billionen US-Dollar erwirtschaften. Eine Möglichkeit dafür sind blaue Anleihen. Doch die bergen Risiken.
Tote Korallenriffe, Versauerung des Wassers und riesige Landschaften aus Plastikmüll: Wie besorgniserregend der Zustand der globalen Ozeane ist, zeigt sich in dieser Woche auf der UN-Ozeankonferenz in Lissabon. In der portugiesischen Hauptstadt diskutieren bis zu diesem Freitag rund 5000 Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) über den aktuellen Zustand der Meere und mögliche Schutzmaßnahmen.
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Die mögliche wirtschaftliche Wertschöpfung der Blue Economy schätzt die Umweltschutzorganisation WWF auf mindestens 2,5 Billionen US-Dollar pro Jahr. Würde man die Ozeane als Volkswirtschaft betrachten, so stünden sie demnach weltweit an achter Stelle. Auch die Europäische Union sieht enorme Möglichkeiten in der blauen Wirtschaft. Berechnungen der EU-Kommission zufolge könnte die Blue Economy bis zum Jahr 2030 sogar doppelt so schnell wachsen wie herkömmliche Volkswirtschaften.
Blue Bonds als nachhaltige Geldanlage
Wie schon beim Klimaschutz könnten auch hier die Kapitalmärkte eine treibende Rolle übernehmen, so die Idee: über so genannte „Blue Bonds“. Durch das Umschwenken der großen Asset-Investoren sind in den vergangenen Jahren Unmengen Anlegergelder in nachhaltige Projekte geflossen. Über die neuen, blauen Finanzierungsinstrumente soll künftig Kapital auch in ozeanfreundliche Projekte fließen. Die Blue Bonds funktionieren dabei ähnlich wie übergeordnete Gruppe der schon etablierten Green Bonds: Banken, Unternehmen oder Städte geben Anleihen aus, um sich Geld zu leihen und dieses anschließend für Projekte wie nachhaltige Fischerei, Küstenschutz, nachhaltigen Tourismus oder den Schutz der Biodiversität zu verwenden. Anleger erhalten dafür Zinsen und können gleichzeitig von steigenden Kursen profitieren – so zumindest die Theorie.
Die weltweit erste blaue Anleihe legte im Oktober 2018 die Republik Seychellen auf. Insgesamt 15 Millionen US-Dollar sammelte der Staat damit von internationalen Investoren ein. „Das zeigt das Potenzial der Länder, die Kapitalmärkte für die Finanzierung der nachhaltigen Nutzung von Meeresressourcen zu nutzen“, sagte die Weltbank damals. Im Januar 2019 legte die Nordische Investitionsbank (NIB) mit einem Blue Bond in Höhe von rund 195 Millionen US-Dollar nach, um Banken zu unterstützen, die Kredite für ausgewählte Wasserbewirtschaftungs- und -schutzprojekte in der Ostsee vergeben.
Mittlerweile beträgt die Gesamtgrößte des Marktes für blaue Anleihen rund zwei Milliarden US-Dollar… weiterlesen


